Im Schatten des Labyrinths (RPG) (Seite 3)

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Hjalf Njorson  

Der Mann umklammerte noch einmal fester den Griff der Axt. Das Leder der Handschuhe knarrte. "Ihr... seid es nicht!" sagte er und lies die Waffe halber sinken. "Aber er ist noch hier" dachte er sich und blickte nach oben. "Hm... Fiola... Ich bin Hjalf." Hjalf senkte weder den Kopf, weder machte er eine freundliche Geste. Sein Blick blieb ernst und leicht angespannt. Seine Stimme war rau und tief, wir man es von einem Zwergen erwarten würde. Nur war dieser Kerl alles andere als ein Zwerg... er war mindestens doppelt so groß. "Er ist bestimmt noch da... ich weis es!" flüsterte er leise...

 

 

Fiola

Die junge Hexe trat vor und legte Nicolei sachte eine behandschuhte Hand auf die Pranke. Die Geste sollte beruhigend wirken, nur war Fiola sich nicht sicher, ob sie auch diese Wirkung haben würde... Anders als Nicolei war sie nicht wirklich misstrauisch. Vorsichtig ja, aber sie hofftezu sehr auf noch eine gute Seele, als diese durch hitzköpfiges oder übervorsichtiges Verhalten zu vertreiben... "Seid gegrüßt Hjalf...", begrüßte sie den Fremden sanft, ehe ihr Blick unruhig und doch wachsam wurde. "Was meint ihr mit 'er'? Wer ist noch da?" Bei ihren Ahnen, bitte nicht noch ein Kampf heute... Doch das Labyrinth war da grausam und unerbittlich. Wer zu schwach war, sich den Hindernissen zu stellen, wurde vernichtet... "Bitte sagt uns, was ihr wisst. Wenn mehr eingeweiht sind, könnte das die Überlebenschancen erhöhen." Die großen Augen, die durch die übergroße Brille noch größer wirkten, blickten Hjalf ernst an. Zu deutlich sagte der Blick, dass die junge Frau nicht so hilflos war, wie ihr schmächtiges Äußeres den Anschein gab.

 

 

Nicolei Rageija

Scheinbar vertraute die kleine Hexe dem Fremden, und so lockerte auch Nicolei seine Haltung ihm gegenüber.

Er hielt inne, und als Fiola Hjalf nach "Ihm" fragte, welcher noch in der Nähe lauerte, erwiderte Nicolei mit gedämpfter Stimme: " 'Er' ist nicht ganz zutreffend. Eher "Es". Was auch immer für diesen schrecklichen Mord verantwortlich ist."

Doch Fiolas Anwesenheit beruhigt den aufgebrachten Alchemisten, mit ihrer Berührung kehrt wieder Ruhe in sein Herz und seinen Verstand. "Sie hat recht. Je mehr wir alle wissen, umso besser. Keiner von uns kann es sich leisten, unvorbereitet zu sein. Wir können einander sicher helfen."

In dem Augenblick, in dem sich die Situation zu entschärfen schien, schallte ein dreckiges und unmenschliches Gelächter durch die Labyrinthmauern, über die Dächer der zerstörten Häuser hinweg, und man vermochte kaum zu sagen, ob es von Nah oder Fern kam, es schien allgegenwärtig zu sein. "Das", presste er unter zusammengebissenen Zähnen hervor. "Ist er ..."

 

 

Hjalf Njorson  

Beinahe Reflexartig zischt Hjalfs Axt gen Himmel, wo er von der Dunkelheit des finsteren Himmels kurz daraufhin verschluckt wurde. Hjalf wartete einige Sekunden bewegungs und Geräuschlos. Er stand einfach nur da, als würde er auf eine Antwort seiner Axt warten. Nachdem ein paar Sekunden vergangen waren, zog er seinen Bogen vom Rücken spannte ihn. Danach zog er einen Pfeil und legte ihn auf die Sehne. Unmittelbar danach war auch der Pfeil gen "HImmel" gerichtet. Die metallene Spitze wanderte blitzschnell von von links nach rechts... Hjalf war bereit in jede Richtung zu schießen. Der Bogen war stehts angespannt. "Sssssscht!" zischte er als ob einer der anderen etwas hätte sagen wollen...

 

 

Fiola

Das Schlimmste war eingetreten... Fiola schluckte und schloss für einen Moment die Augen. Wie viel Kraft hatte sie noch? Nicht mehr viel... Wenn sie wenigstens etwas mehr Ruhe gehabt hätte... Aber der letzte Kampf lag zu weit zurück. Wieder schluckte sie trocken und umfasste den Stab ihrer Laterne fester. Sie würde in den Kampf kaum eingreifen können... Sie hatte gerade noch genug, um die ersten Angriffe zumindest abzulenken. Solange sie nicht zu kraftvoll waren. Oder... Oder...

Die Hexe atmete tief ein und aus, ehe sie einen Teil ihres Bewussteins in die Umgebung entlies. Der zauber war nicht zu mächtig, sodass der Handschuh das Aufglühen der Tätowierungen an ihren Händen verdecken konnte. Sofort wallte Übelkeit in ihr auf, denn die pervertierte Magie dieses Ortes drang dadurch bis zu ihr durch. Den Würgereiz unterdrückend und die aufwallende Schwäche ignorierend suchte Fiola nach jenem, der ihnen nach dem Leben trachtete. Das Lachen erklang wieder und Fiola spürte, wie ihre Beine unter ihr nachgaben, und sie zu Boden sank. Doch das war egal... sie hatte gefunden, was sie gesucht hatte... "Dort...", murmelte sie und hob die Hand in Richung rechts oben. "Dort..." Dunkelheit kroch wieder in ihr Bewusstsein... Da war wieder dieses einlullende Lied, dass einen alles vergessen ließ. Aber sie durfte nicht... durfte noch nicht

 

 

Nicolei Rageija

Nicolei hob seine Hand und senkte sie wieder herab, um dem Neuankömmling Hjalf anzudeuten, seinen Bogen zu senken. "Ich hoffe, ihr seid auch im Nahkampf bewandert, denn bedenkt, dass diese Kreatur jederzeit aus dem Dunkel heraus angreifen kann, überraschend. Mit einer Distanzwaffe erreicht ihr nicht viel, wenn ihr es erst auf wenige Meter Entfernung wirklich sehen könnt."

Ein heiseres Gackern schallte durch die Labyrinthmauern, und der junge Alchemist schauderte bei dem Gedanken, mit dieser kalten Kreatur konfrontiert zu werden. Eine Intuition, die er sich nicht erklären konnte, warnte ihn, dass diese Kreatur wesentlich schrecklicher war, als der spinnenartige Dämon, den die Gruppe vor kurzem erst zur Strecke gebracht hatte. Und darüberhinaus waren sie alle, bis auf Hjalf, noch stark angeschlagen. Ihm stand nicht ein mal die Hälfte seiner arkanen Macht zur Verfügung, doch trotzdem ... Extreme Situationen erforderten extreme Maßnahmen. "Macht euch bereit."

Mit einem luftzerreißendem Surren blitzte ein metallenes Objekt für einen Augenblick auf und flog, schneller als man sehen konnte, an den Gruppenmitgliedern vorbei. Ein metallenes Geräusch folgte, dann hatte sich die Axt, die Hjalf zuvor nach dem Monster geworfen hatte, in den stabilen Boden gefressen und steckte nun fest. Verdammt, dieses Biest ...

Nicolei blickte Fiola ernst an. "Bitte, habt keine Furcht ...". Diese Worte sollten keineswegs beruhigend wirken sondern waren tatsächlich eine Bitte, an alle Anwesenden, doch besonders an die kleine Hexe.

Mit einem Ruck entfernte er seine ohnehin nurnoch aus Fetzen bestehende Oberbekleidung und gab zum ersten mal einen vollständigen Blick auf seinen Oberkörper frei. Die Schwärze seines Dämonenarms schien an seinen Körper heranzuwachsen und nahm bereits einen Teil seiner Brust ein. Mit einem mal glommen auf der schwarzen Haut feine, rote Lichter auf, wie Adern zogen sie sich über den ganzen Arm und leuchteten schwach, aber bedrohlich. Was hatte dieser eigenartige junge Mann bloß vor?

"Ich locke es heraus. Wir haben wahrscheinlich nur diese eine Chance."

Eine geübte Bewegung, schon hatte Nicolei seinen Ritualdolch in der menschlichen Hand und schnitt erneut seine dämonische Pranke auf, denn Blut war eine der größten Arkanen Kraftquellen, kostete den Körper jedoch ebenso viel mehr Energie. "Höllenlichter ..."

Hell leuchtende, purpurne Flammen schlängelten sich um Nicoleis schwarzen Arm und tauchten die Umgebung in ein unheimliches, rotes Feuer. Diese Flammen schossen nun zu beiden Seiten an die Wände des Labyrinths und kletterten in alle Richtungen nach oben, links und rechts, bis einige Meter über den Menschen alles brannte und glühte. Natürlich erreichte dieses Feuer auch die widerwärtige Kreatur, welche sich nun zum ersten mal zeigte und ziemlich ungehalten war, doch nun hatten sie eine Chance zum Angriff.

Nicolei sank auf die Knie, hielt jedoch seine Dämonenpranke weiterhin hoch und erhielt somit das Leuchtfeuer aufrecht. "We...wenn es kommt ... seid bereit...", brachte er unter zusammengebissenen Zähnen hervor. "tötet...es..."

 

 

Hjalf Njorson  

Hjalf wirbelte den Bogen samt der Pfeilspitze in die Richtung, in der der Dämon auf einer Anhöhe saß. Er zögerte nicht und ließ einen Pfeil losschnellen. Doch noch bevor der Pfeil den Bogen verließ, flammte dieser blau auf. Nicht nur der Pfeil brannte blau, sondern auch der Bogen selbst. Eingeritzte Zeichen glühten förmlich und der Pfeil zog eine blaue Lichtspur hinter sich her. Gleich eienr Sternschnuppe. Hjalf legte eilig den Bogen über seine Schulter. " Hjammar! Komm her!" schrie er und die Axt, welche fast zu Nicoleis Füßen im Boden steckte, wackelte. Nur kurz darauf sprang dieser aus seiner Furche im Boden heraus und flog geradewegs zu Hjalfs ausgestreckten Arm, welche Hjammar fing. "Soll er kommen... das Mistvieh verfolge ich schon seit ner Weile..." murmelte er leise vor sich hin und rannte dem Dämonen entgegen...

 

 

Fiola

Sie konnte nicht mehr... All diese pervertierte Magie um sie herum, sie ertrug es nicht mehr. Mit einem Stöhnen brach Fiola den Zauber ab und sackte leicht in die Knie. Ihr war speiübel, aber sie durfte jetzt keine Schwäche zeigen. Nicht jetzt, wo der Feind schon sichtbar war. Nicht jetzt, wo die beiden Mannen kämpfen... Die kleine Hexe schluckte einmal, rückte die BRille zurecht und kämpfte sich hoch. Von ihnen war nur einer noch nicht angeschlagen und dieser stürmte mit gezückter Axt auf den Dämon zu, bevor Fiola ihn hätte zurück halten können. Es war nicht richtig sich zu trennen, nicht richtig einfach drauf los zu stürmen. Aber es war auch nicht richtig, dem ganzen hilflos zuzusehen. "Keine Furcht vor dem Labyrinth zu haben, wäre törricht. Aber ich habe keine Furcht vor euch, wenn ihr das mit euren Worten habt bezwecken wollen.", sprach sie sanft in Nicoleis Richtung und schickte zur Verdeutlichung der Worte noch ein sanftes Lächeln hinterher. Sie wäre die Letze, die ihn für das, was er war, verurteilen oder fürchten würde. Solange er keine Gefahr für sie dar stellte, war ihr egal wer oder was er war. Schließlich hatte er auch sie nicht verurteilt. "Wir sind schließlich Kampfgenossen..." Dank des Dämonenfeuers konnte Fiola den beginnenden Kampf vor sich gut erkennen. Der Dämon hatte seinen Hochsitz inzwischen aufgegeben udn stürmte mit erhobenen Klauen auf den Krieger mit der Axt zu. Fiola verschränkte die Finger ineinander und ließ diese kurz knacken. "Oh bitte Göttin, lass mich noch genug Kraft besitzen...", murmelte sie, ehe sie einen blitzschnell beführten Angriff auf Hjalf mit Hilfe eines magischen Schildes abgleiten ließ, bevor der Krieger getroffen werden konnte. Wenn sie sich auf kleine Schutzschilde konzentrierte, sollte sie eigentlich am längsten durchhalten... Die Augen ernst auf den Kampf gerichtet, die Hände ausgestreckt und mit festem Stand, stand die kleine Hexe da und versuchte zu tun, was zu tun war. Sie würde nicht zulassen, dass Hjalf getroffen wernden würde. Nicht, solange sie stehenn konnte...

 

 

Nicolei Rageija

Schwer atmend war Nicolei auf die Knie gesunken, hielt jedoch weiterhin den Arm nach oben, um die Flammen aufrecht zu erhalten. Hjalf focht mit den klauen der Kreatur, und Fiola war zu sehr mit ihrer Magie beschäftigt, um etwas zu bemerken. Dennoch, so würde Hjalf das Ungeheuer nicht töten können, nicht ohne weiteres.

Die Flammen zu beschwören war ein Akt, sie zu lenken war etwas gänzlich anderes. Dennoch mobiliserte der junge Adelsmann all seine ihm noch zur verfügung stehende Energie, und wo es an Magie mangelte, da half er mit seiner Willenskraft nach. Meter für Meter kletterte das Feuer nun in Richtung des Dämonen und verdichtete sich um ihn herum. Als die ersten purpurnen Flammen auf den Körper der Kreatur sprangen, schrie diese, fiel brennend zu Boden und entzündete dabei herumliegendes Stroh und damit auch Holz.

Die Kreatur war noch längst nicht geschlagen, doch zumindest sehr gut sichtbar, denn von einem Augenblick auf den anderen verschwand das Höllenfeuer, und nur die Flammen rund um den Dämonen blieben bestehen.

Bei dem Monster handelte es sich um etwas unsagbar widerwertiges. Stachelige Haare wuchsen aus den verschiedensten Regionen des rundlichen Körpers, mehrere deformierte Gliedmaßen ragten aus dem Torso. Einige sahen aus wie Dämonische Klauen, andere wirkten insektenartig, wenige sogar menschlich. Es war, als hätte sich dieses Vieh aus verschiedensten Lebewesen zusammengesetzt.

Oder war dies die Seuche, die einige Menschen in den Labyrinthmauern heimsuchte? Die widerwärtigen Parasiten, die von den Lebenden und den Toten besitz ergriffen und sich so vermehrten?

Nicolei röchelte, rang vergeblich nach Luft. Sie wollte nicht in seine Lungen, als fehle ihm sogar zum Atmen die Kraft. Er hätte einen anderen Zauber benutzen sollen, denn das Höllenfeuer hatte seine Energien restlos ausgezehrt ... jetzt blieb nurnoch beten, dass Fiola und Hjalf siegreich sein würden ...

 

 

Hjalf Njorson

Nach und nach erklang Hejalfs Axt, wenn sie wiederholend gegen die Eisernen Klauen des Daimonen trafen. Hjalf konnte es nich fassen. Aber jedes mal wenn er neu ausholte und das Biest zerschmettern wollte, wehrte dieses spielend seinen Hieb ab. "Jetz stirb halt" wollte aus Hjalfs Lippen entspringen doch die Antrengung und die benötigte Atemluft hinderten ihm daran. Und dazu noch dieses ungewohnte Licht des Höllenfeuers. Hjalf konnte kaum was erkennen. Bis endlich richtiges Feuer die DUnkelheit durchdrang. Nun konnte Hjalf die Details der Fratze seines Gegners erkennen und ihm direkt in die Augen blicken. Die Pupillenlosen Augen liesen Hjalf kalt. Er hatte solche Visagen schon zuhäuft gesehen. Hjalf konnte sein Gefühl nicht ergründen, aber irgendiwe scheinte es ihm, dass seine Axt dem Körper des Dämonen immer näher kam. Und tatsächlich. Nach und nach gelang es ihm die Verteifigung des Monsters zu durchbrechen. Doch gerade als er sich des Sieges sicher fühlte, traf ein sicher geführter Schlag sein Gesicht.

Der Dämon nutzte das Gefühl des Glückes aus und setzte nun selbst zum angriff an. Erst jetzt wurde Hjalf bewusst, dass der Daimon nur verteidigte. Eine Finte. Hjalf lag auf dem Rücken in STaub und Asche. Um ihn herum wütete das Feuer. Doch anstatt auf Hjalf loszugehen rannte der Dämon auf Fiola zu...

 

 

 

Fiola

Eine harte Rüstung... schon wieder. Aber dank des Feuers schien sie zu bröckeln und Fiola war so gesehen Hjalfs Rüstung. So schien das Kräfteverhältnis ausgeglichen, wenn auch sie auf verlorenem Posten standen, denn Fiolas bisschen Kraft, das sie noch besaß, rann unaufhaltsam durch ihre Finger, wie Sand. Wenn sie so weiter machte, würde sie anfangen, ihre Lebenskraft zu verbrennen. Ein kleiner Preis dafür, überleben zu dürfen. Sie durfte nur nicht aufgeben und dafür war sie auch bereit, eigentlich verbotene Pfade zu beschreiten. Und der Dämon schien dies offenbar zu wollen. Ein Angriff wr zu schnell, als das Fiola einen Schild errichten konnte und schickte Hjalf zu Boden. Schon konzentrierte sich die kleine Hexe auf neue Muster, um den Körper des Kriegers vor den nächsten Angriffen zu schützen, sodass sie erst einige Atemzüge später gewahrte, dass der Dämon nun sie angriff. Erst die Verteidigung lahm legen, dann die Angreifer töten... Doch nicht mit ihr. Einen Moment noch zögerte die schmächte Frau mit einem Blick auf Hjalf. Die alte Angst vor der Wut der abergläubischen Leute, die ihresgleichen die Hände abhackte und anschließend graußam töteten war wieder da. Aber wenn sie nicht tat, was getan werden musste, würden sie alle hier sterben. Vielleicht war Hjalf ebenso tolerant wie Nicolei und Sharika... Und wenn nicht... Dann würde sie nach dem Kampf entscheiden, was sie tun würde.

Der Dämon hatte sie fast erreicht, seine pupillenlosen Augen glitzerten vor Triumpf, doch obwohl ihre Glieder zitterten, riss Fiola blitzschnell die Handschuhe von ihren Händen und zog in Gedanken die nötigen Linien auf ihren Händen nach. Grell rot leuchteten einige der eintätowierten Linien auf und tauchten die Gänge des Labyrinths in ein neues, warmes Licht. Ein Licht, dass den Dämon nicht zu interessieren schien, denn noch immer stürmte er auf Fiola zu und hatte sie fast erreicht, als sie beide Hände laut klatschend gegeneinander schlug. Sofort flimmerte die Luft um das Monster in Regenbogenfarben und der Sturmangriff der Kreatur endete mit einem lauten Knall und einem Rennen gegen eine unsichtbare Wand. Zischend versuchte das Wesen gegen die Wände seines Gefängnisses zu schlagen, nur um zu bemerken dass er die Glieder nicht bewegen konnte. Schwer atmend presste die Hexe weiter ihre Handflächen gegeneinander. Immer noch leuchteten die roten Linien auf den schmalen Händen. Doch tropfte da nicht etwas zu Boden? War das etwa Blut? "Bitte... tötet... es... Ich weiß nicht... wie lang... wie... lang ich... es... halten ka...kann.", keuchte Fiola kaum zu verstehende Worte. Sie hatte keine Kraft mehr zu reden. Und langsam meldeten sich die Schmerzen ihres gepeinigten Körpers. Sie hatte die Grenze erreicht... Und ohne zurück zu weichen, ging sie den nächsten Schritt. Was waren schon Schmerzen im Vergleich zu den Schrecken, die ein Tod in diesem Labyrinth mit sich brachten?

 

 

Nicolei Rageija

Mit einem widerlichen Kratzen scharrte die schwarze klaue an Nicoleis linkem Arm über die Labyrinthmauer, als er sich krampfhaft an ihr auf die Beine zog.

Das ungetüm brannte immernoch und schlug mit seinen deformierten Gliedmaßen um sich, doch dieses mal würden die Flammen alleine es nicht töten, dazu war dieser Parasit bereits zu mächtig geworden. Doch Nicolei konnte nicht aufgeben, er weigerte sich, hier zu sterben und Fiola und die anderen ebenfalls einen grausamen Tod erleiden zu lassen.

Mit diesem Willen als Funke in seiner Seele schlurfte Nicolei Meter für Meter an der Wand entlang, löste sich daraufhin von dieser und torkelte unbeholfen auf Fiola und die Kratur zu. Ihm gingen zwar so langsam die Zaubertricks aus, doch er hatte eine Idee, die gleichermaßen hilfreich und dumm war.

Als er Fiola endlich erreichte legte sich seine Dämonische Pranke auf deren Schulter, und mit leerem Blick schaute er an ihr vorbei, als er sprach. "Halte durch ... kon...zentriere dich ... hör nicht auf!"

Die Dämonenkralle bohrte sich langsam in Fiolas Schulter, doch Nicolei kannte die kleine Hexe mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass sie die Zähne zusammenbeißen und durchhalten würde.

Nun fand der "Leidenstransfer" statt. Der junge Alchemist nutzte die symbiotische Verbindung mit seinem Arm, um das Mädchen von seinem Leid zu erlösen. Während sich ihre Wunden schlossen und neues Leben in ihren Körper strömte, und damit auch neue Kraft, taten sich bei Nicolei eben jene Verletzungen auf, und das Leben strömte aus seinem Körper. "Ver...vernichtet ... es...", keuchte er, als seine Fähigkeiten ihre Wirkung entfalteten und die Hexe in die Lage versetzten, die Barriere aufrecht zu erhalten und den Dämonen festzusetzen. Die Schmerzen verdrehten ihm die Augen und ließen seine Muskeln verkrampfen, den Mund zu einem stummen schrei geöffnet, doch ließ die Klaue Fiola nicht los und hielt somit die Verbindung aufrecht.

Nun lag es an dem Helden Hjalf, der Bestie den Todesstoß zu versetzen.

 

 

Hjalf Njorson    

Hjalf spuckte vom Blut verfärbten Sand auf den Boden, welcher sich nicht weit von seinem Gesicht befand. Hjalf atmete tief ein. Sand zog sich in seine Richtung und half dem Sauerstoff dabei seine Lungen zu füllen. Aber ungestört von dieser "Materiellen Übereinkunft" atmete er genauso tief aus. Nicht gleich der anderen, dem Tode durch erschöpfung nah, stand Hjalf auf. Er überlegte jeden einzelenen Schriit. Erst die Handflächen auflegen und dann die muskeln anspannen. Ein ruckhaftes abdrücken vom Boden und die Beine anwinkeln. Die Beine nach vorde schieben und wieder strecken. Schon stand Hjalf. Feuchter Sand verdeckte seine linke Gesichtshälfte. Mit einem lauten Schnaufen schleuderte er noch den Rest des SAndes aus seinem Mund.
"Hjammar!" rief er und seine Axt flog surrend zu ihm. Hjalf lehnte sich nach vorne und rannte los. Mehr als die Laute welche seine Schritte verursachten hörte Hjalf nicht mehr.
Schon als er etwa 3 Meter von dem Daimon entfernt waren duckte er sich und machte einen Hechtsprung. Mit der Axt über seinem Kopf, welche er mit beiden Händen festhielt flog er hoch und weit. Hjalf dehnte sich nach hinten und holte aus. Er zog sich zusammen und alle Wucht die er aufbringen konnte gelang in seine Axt welche sich unter einem Ohrenbetäubenden Schrei des Daimonen in dessen Brust bohrte.
Das Blut spritze in Halfs Gesicht und der Rest seines Körpers knallte auf den Boden unmittelbar vor dem Parasiten.
Der Daimon zappelte noch einige Momente lang mit seinen verkrüppelten Gliedmaßen welche immer langsamer und mühseliger wurden. Hjalf wischte sich das Blut des UNholdes vom Gesicht und warf das Tuch welches er dafür nutze auf das Gesicht des kreischenden Daimonens.
"Ich denke...das wars..."

 

 

Fiola

Fiolas Welt bestand nur aus Schmerzen, sodass sie das Eindringen von Nicoleis Klaue in ihre Schulter erst gar nicht als solche wahr nahm. Es war lediglich ein weiterer Schmerz unter vielen. Erst als die Schmerzen schwanden merkte sie, dass etwas anders war. Erst glaubte sie, langsam zu sterben, doch dafür war ihre Sicht zu klar. Es dauerte noch einige Herzschläge, ehe ihr wirklich bewusst wurde, was gerade mit ihr geschah. Am liebsten hätte sie dies sofort unterbrochen. Niemand sollte ihre Schmerzen leiden… Doch sie konnte kein winziges Bisschen Konzentration entbehren. Jede noch so kleine, geistige Schwäche würde dem Untier die Freiheit schenken. So biss die zierliche Person weiter die Zähne zusammen und hielt die Stellung, bis Hjalf das tat, wozu weder sie noch Nicolei fähig gewesen waren… Er tötete die Bestie mit einem Schlag. Zwar klammerte sich die Monströsität noch eine Weile an ihr Leben, doch dies rann zu kraftvoll aus der schrecklichen Wunde, sodass es den Kampf verlor. Kaum entwich der letzte Atemzug kreischend den blutleeren Lippen, zog Fiola die Hände auseinander und beendete so den Bann, welcher auf dem Dämon lag. Geschwind drehte sie sich zu Nicolei um. „Ihr seid ein edelmütiger Idiot. Was fällt euch ein, einer Dame die Schmerzen zu nehmen? Ihr habt euch fast umgebracht! Das hätte ich euch nie verziehen!“ Ihre Hände berührten den geschundenen Körper des jungen Mannes und beinahe Augenblicklich leuchteten die nötigen Muster für einen Heilzauber, der die Schmerzen milderte und die Wunden schloss. Fiola würde Nicolei nicht den ganzen Schmerz nehmen können, aber sie würde es erträglicher Gestalten. Während sie das bisschen Energie, welches sie durch die Kraftübertragung erhalten hatte, in Nicoleis Heilung steckte, fragte sie sich still, wie es weiter gehen würde… Wie es mit ihr weiter gehen würde… Und sie dachte auch an Sharika. Sie hatten die junge Frau nicht mehr gesehen. Hoffentlich war sie nicht umgekommen, auch wenn dies die wahrscheinlichste Antwort war. Das Labyrinth verzieh keine Fehler… „Wir sind euch zu großem Dank verpflichtet, Hjalf. Nur wir zwei hätten dies nie zustande gebracht…“, meinte die zierliche Frau schließlich mit ruhiger Stimme. Sie nahm die Hände von Nicolei und drehte sich zu dem Krieger um, ein dankbares Lächeln auf den Lippen, welches das schwache Glänzen der Furcht in ihren Augen nicht ganz zu überdecken vermochte. „Sagt, würdet ihr wohl eine Zeit mit uns reisen? Wie ihr seht, sind wir nicht mehr fit und somit eine leichte Beute. Es soll euer Schaden nicht sein…“ Die kleine Hexe sprach ihre Hände nicht an. Ruhig bückte sie sich nach ihren Handschuhen. Sie waren zwar blutverschmiert, aber ohne sie würde Fiola bald zu einem Nervenbündel werden. Mit anmutigen Bewegungen streifte sie sich das weiche Leder wieder über die Hände und blickte dann durch ihre riesige Brille zu Hjalf hinauf. Versuchte in seinem Gesicht zu lesen, wie es nun um sie stehen würde…

 

 

Nicolei Rageija

Es war vorbei, die Bestie war Geschichte, doch Nicolei konnte sich des Eindrucks nicht erwähren, dass dieses Ungetüm das Non plus Ultra dessen war, was zwischen den Labyrinthmauern noch lauerte.
Diese Zweifel waren jedoch nichts im Vergleich zu den Qualen, die ihn nun mehr als alles andere beschäftigten. Der schmerz lähmte den jungen Mann und machte ihn völlig Bewegungsunfähig. Die einzigen Anzeichen von Leben lagen in seinen weit aufgerissenen, umherirrenden Augen und seiner verkrampften Haltung, die ein toter so niemals aufrecht erhalten hätte. Fiolas Worte drangen kaum in sein Bewusstsein, sie waren zäh und träge wie Sirup, der in erbärmlicher Geschwindigkeit aus seinem Glas kroch. Erst, als sie ihn heilte und die Wirklichkeit wieder erträgliche, wenn auch unschöne Maße annahm, konnte er sie verstehen. "...umgebracht....euch nie verziehen ...", den rest konnte er sich denken.
Doch als er etwas darauf entgegnen wollte versagte ihm die Fähigkeit, zu sprechen, er nuschelte nur etwas unverständlich vor sich hin und gab sich lächelnd mit der Tatsache zufrieden, dass alle am Leben waren.
Dann nahm Fiola ihre Hände von ihm, um sich dem Neuzugang zuzuwenden, und Nicolei versuchte sie festzuhalte, doch verfügte er kaum über die Koordination und Reaktion, und so verschwand sie zu dem Krieger, während der Alchemist versuchte, sich aufzuraffen. Kein leichtes Unterfangen, wenn die Welt um einen herum sich drehte wie ein Kinderkarrussel.
Er hatte keinerlei Zweifel daran, dass sich der schwert- und axtschwingende Krieger ihrer Gruppe anschießen würde, denn je mehr sie waren, umso sicherer war die Gemeinschaft.
"W-wir ... schulden euch Dank, Hjalf", brachte er schließlich etwas zögerich hervor, während er sich an einer Wand nach oben kämpfte und so wieder auf seine Beine fand. Dann streckte er den Arm in Fiolas Richtung. "Fiola ... bringt mich bitte zu der Kreatur. Ich hab eine Idee."

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