Vampire - L.A. New Era (Vampire the Masquerade: Bloodlines) (RPG)

(Seite 1)  (Seite 2) (Seite 3)

 


Will (Gangrel)


Here i stand in this room
Caged and trapped inside
Seems i'm damned to live a lie
Unaware of what's outside
Should i care for what's left me behind

And i stare at light that makes me blind
Internally there's nothing left for me to be

Isolated – ein überaus interessantes Lied, und es lief jeden Abend im Asylum. Keiner störte sich daran, die Menschen liebten den Sound, und die anderen, nun, sie schätzten die wahre Botschaft zwischen den Zeilen des Liedtextes. Jeanette Voerman, die heiße Besitzerin des heißesten Schuppens in ganz Santa Monica, schien auf den ersten Blick eine vollkommen durchgeknallte und verspielte Göre zu sein, doch blickte man hinter diese Fassade, so erkannte man ein überaus ausgefuchstes und heimtückisches Weibsbild, gleich einer Schwarzen Witwe, welche selbst aus dem Tot ihres Gatten noch Kapital zu schlagen vermochte.

Doch ob nun ein verspieltes Kind oder eine ausgekochte Geschäftsfrau, wunderschön war sie allemal. Eine Frau von unnatürlicher Schönheit, blass, wild, einen Körper wie fürs Bett geschaffen, eingepackt in eine weiße Bluse, welche nicht an den Knöpfen geschlossen sondern an den Enden zusammengeknotet wurde, und einem überaus kurzem Rock. Mit einer Geste ihrer zarten, weißen Hand ließ sie ihre Finger über Williams Wange gleiten, während sie sich erhob. Ihr Stimme hätte ohne weiteres Holzkohle entzünden können, als sie mit einem kleinem aber verdammt heißem Feuer und der Süße von mehreren Tonnen Honig in ihrem Unterton sprach: „Auf bald, Darling.“ Was für ein Weib. Sie entfernte sich von dem Tisch, an dem sie mit William zuvor noch gesessen hatte und verließ über eine der beiden Treppen die obere Lounge.

Der scheinbar noch recht junge Mann mit der eng anliegenden, schwarzen Kleidung und den mittellangen, dunklen Haaren, welche ihm zum Teil im Gesicht hingen, fuhr sich ein mal mit der Hand durch eben jene und strich sich einige Strähnen aus der Optik. Auch er war sehr hübsch, doch waren seine feinen Züge in Sorgenfalten gelegt. Dieses irre Weibsbild zeigte sich weniger kooperativ als er es sich von ihr erhofft hatte, er war in seinem geheimen Vorhaben kein Stück weiter gekommen, nicht ein mal trotz der mächtigsten Frau in Santa Monica.

Genervt lehnte er sich kräftig gegen die Rückenlehne seines Stuhls und kippelte ein wenig auf zwei Stuhlbeinen – er würde nicht hinfallen, so viel war sicher. Weder auf diesen Stuhl bezogen, noch wenn es um seinen Auftrag ging.

 

 

Loki (Malkavian)

 

 

Wie war sie hierher gekommen? Santa Monica, die sanfte Frau am Meer die eben jenes mit den Armen einer Mutter umschlungen hielt. Sie wusste es nicht, wie so oft hatten ihre Stimmen der Inspiration sie geleitet. Lokis blasse und leicht gräuliche Haut kribbelte vor aufkommenden Ereignissen. Die Nerven ihres Gehirns vibrierten mit jedem Schritt den sie machte auf den Straßen Santa Monicas, die jetzt so leer wirkten wie die Augen eines Toten Fisches. Ihr war bewusst, dass dem in Wirklichkeit nicht so war, doch was war schon die Wirklichkeit im vergleich zu ihrem wirren Geist der sie oft quälte, mit Erinnerungen die nicht ihre waren, mit Gesichtern die sich nicht kannte, doch Gewohnheit ist alles und so fragte sie sich mit keinem besonderen Interesse warum sie jetzt hier war. Wahrscheinlich hatten sich die Stimmen einen Scherz mit ihr erlaubt. Ihr kurzer grüner Rock wehte im Wind der auch ihre schulterlangen blonden Haare anhob und zart ihre Wangen streichelte, allerdings nicht ohne beißende Kälte zurück zu lassen. Etwas war anders als sonst. Loki war schon oft in Santa Monica gewesen um den nächtlichen Umherirrenden die Zukunft vorher zu sagen, doch heute lag ein fauliger Geruch in der Luft, wie ein aufkommendes Übel, das sich über ihr zusammenbraute. Schnellen Schrittes legte sie den Weg zu ihrem nächsten Ziel, dem Asylum zurück. Sie hatte Sehnsucht nach dem Wesen der Menschen die wie trunkene Verliebte durch die Nacht irrten und kaum ahnen konnten, was im Schutz der Dunkelheit alles auf sie lauerte. Leicht grinste sie in sich hinein als sie an den 16 jährigen Jungen denken musste, dem sie vor kurzem in einem Hotel in L.A. erst die Unschuld und dann später das Leben genommen hatte. Er war wirklich zu süß gewesen. Den Geschmack seines Blutes verwahrte sie in den tiefsten Tiefen ihres Verstandes und erschauderte jedes mal wenn sie ihn hervorkramte.

Sie stand nun vor der Tür des Asylums und trat ein. Das gleiche Lied wie immer, dachte sie und freute sich insgeheim schon auf Jeanette, die genau wie sie eine Malk war und außerdem verdammt heiß aussah. Sie spürte wie ihr wärmer wurde, sah sich um und konnte Jeanette weder an der bar, noch auf der Tanzfläche entdecken, was eine kleiner Welle der Enttäuschung in ihr auslöste. Loki zuckte jedoch mit den Schultern und ging federnden Schrittes an die Bar um sich ein Glas Wodka zu bestellen.

 

 

Will (Gangrel)


In seiner gewagten Kipplage ließ William hin und wieder den Blick durch den Club schweifen, sah Menschen, welche sich auf der Tanzfläche zum Narren machten, Guhle, welche sich unters Volk zu mischen versuchten, doch bislang keinen einziges Kind der Nacht. Die erhöhten Aktivitäten der „Jäger“ ließen die niedern Blutsauger eine bisher ungeahnte Furcht verspüren, welche sie dazu verleitete, ihren sicheren Haven nicht zu verlassen.

William war geschickt worden, sich dieses Problems anzunehmen, doch ohne die nötigen Informationen war dies schwerer, als er anfangs erwartet hatte.

Gedankenverloren entging ihm um ein Haar das schöne Kainskind, das sich an der Theke aufhielt. Sie war wirklich lieblich anzusehen, mehr noch, es fehlte nicht viel und sie könne mit Jeanette konkurrieren, schöne Blüten wie diese fanden sich nur noch selten, wie der Untote fand. Sicherlich war sie eine Toreador oder im schlimmsten Fall eine Bruhja, für eine Ventrue war ihre Kleidung bei weitem nicht dezent genug. Toreador, Bruhja, Ventrue, diese und andere Bezeichnungen waren die Namen der verschiedenen Clans, denen die Kainskinder angehörten, jeder mit seiner eigenen Clanpolitik und verschiedenen Eigenschaften, doch alle unterstanden sie der Camarilla, der herrschenden Vampir-Gesellschaft, in deren Auftrag unser Protagonist agierte.

Er bemerkte sie jedoch rechtzeitig, und ihm war sofort bewusst, dass sie nicht zu den in Santa Monica registrierten Vampiren gehörte, denn diese hatte William bereits überprüft, das war Bestandteil seines Jobs gewesen, Observation, und er war angewiesen, jeden Neuankömmling in der Hafenregion genauer unter die Lupe zu nehmen. Die statistische und katalogisierte Erfassung der Untoten soll es der Camarilla erleichtern, diese zu beobachten und ihre Handlungen besser überwachen zu können.

Es war, als hätte Will eine Maske aufgelegt: ein selbstsicheres Grinsen zierte seine Lippen, sein Gang wirkte sehr lässig, als er die Treppen hinunterstieg, sein Blick war geheimnisvoll, von der ernsten Sorgenmine war nichts mehr zu sehen, doch wie viel Schauspiel hinter alledem steckte, das vermochte nur der Vampir selbst zu sagen. An der Theke angekommen nahm er direkt neben dem schönen Kainskind Platz, möglichst unauffällig, kein Blickkontakt, keine Notiz - Als entdecke er die schöne Frau just in dem Augenblick , in dem er sich an der Theke nach möglichen Leckerbissen umsah. „’N Abend, Lady“, sprach er das Weibsbild keck von der Seite an. „Neu hier?“

 

 

Loki (Malkavian)   


Aus ihren Gedanken gerissen drehte Loki langsam ihren Kopf zur Seite. Sie musterte den scheinbar jungen Mann, der sie eben von der Seite angesprochen hatte. Das erste was sie erkannte war, dass er ein Kainskind war, hübscher als er hätte sein sollen, lächelte er sie an. Seine dunklen Haare fielen ihm zum Teil ins Gesicht, die er allerdings lässig aus jenem wieder herauswischte, mit einer Geste, die für die meisten Frauen einen verheißungsvollen Abend versprach.

Seine Kleidung war enganliegend und zeigte, jedoch nur dezent, was er zu bieten hatte. Ein Geräusch lenkte ihren Blick wieder auf sein Gesicht und als sie genauer hinsah, konnte sie einen kleinen Riss unter seinem Auge entdecken. Das Gesicht was er trug war also eine Maske. Im Prinzip war es Loki egal, denn ihrer Meinung nach war es jedermanns gutes Recht sich vor der Außenwelt so zu geben wie er mochte. `Oh ja, er ist schmuck von Gestalt, aber bös von Gemüt und unbeständig wie die See. Er übertriff alle in jeder Art von Betrug, der den man Prinz William nennt.`

Eine ihrer Stimmen zischte ihr das förmlich ins Ohr, vernebelte ihre Gedanken und plötzlich wusste Loki warum sie hier war. Ihr Körper brannte, die Zukunft saß ihr gegenüber und grinste sie an. Der Mann verschwamm im grauen Dunst und für einen kurzen Moment sah sie Stücke seines Lebens. Den Krieg den er erlebt hatte und in dem er auch zu einem Kind der Nacht wurde und sie sah auch warum es ihn hier in Santa Monica hielt: Vampirjäger. Die Wirklichkeit kehrte zurück, das Schauspiel hatte nur einen Bruchteil einer Sekunde gedauert doch es war so intensiv gewesen wie schon lange nicht mehr. Ihre Atmung ging schneller und ihre Brust hob und senkte sich hektisch. Auf einen Schluck trank sie ihren Wodka aus und fuhr sich ihre Haare aus dem Gesicht, was ihre unglaublich hellgrünen Augen zum Vorschein brachte. So war es gut, nur ruhig atmen! Sie musste grinsen als ihr einfiel wie dieses Szenario wohl auf Prinz William ihr gegenüber gewirkt haben musste. Hielt er sie jetzt nur für irre oder dachte er, dass sein Aussehen sie so aus der Bahn geworfen hatte? Schön, sie hatte sich wieder beruhigt und war jetzt bereit für eine Antwort.

"Neu bin ich keines Wegs, dazu ist mein Körper schon zu alt. Meine Wege führten mich schon oft in die dunklen warmen arme der sanften Frau am Meer. Doch du Prinz William, solltest auf deine Maske achten, sie bricht!"

Oh sie konnte es einfach nicht lassen! Dieses wahnsinnig okkulte Gelaber ging ihr manchmal gegen den Strich, doch sie war eine Malk und das brachte so seine schlechten Seiten mit sich. Sie lächelte, bestellte sich noch ein Glas Wodka und ein angenehmes Gefühl machte sich in ihrer Magengegend frei das nicht vom Wodka kam.

 

 

Will (Gangrel)


Tatsächlich nahm William für einen kurzen Augenblick an, ihr Verhalten seine eine Reaktion auf sein Auftreten, doch bald schon las er aus ihren Worten etwas gänzlich anderes, etwas, das ihm absolut missfiel. Sie war eine Malkavianerin. Der Clan der Geisteskranken. Gespaltene Persönlichkeiten und andere arten der Schizophrenie, krankhafte Zwangsneurosen, vom zitternden Nervenbündel bis hin zum sabbernden Psychopathen ist in diesem Clan wirklich alles geboten.

Und ausgerechnet so eine musste ihm nun unter die Augen kommen. Am liebsten hätte er sich wieder abgewandt, doch zwei Umstände hinderten ihn daran, das Feld zu räumen. Seine Pflicht und die Tatsache, dass dieses Weib mehr zu wissen schien, als sie eigentlich wissen sollte. Die Worte eines Malkavianers musste man immer im übertragenem Sinne verstehen. Natürlich trug William keine Maske, gemeint war wohl sein bislang eigentlich überzeugendes Schauspiel der Dame gegenüber, auch war William kein Prinz, doch sie spielte höchstwahrscheinlich auf seine adelige Abstammung ab. So waren sie nun mal, die Malks, scheinbar völlig konfus in ihrem kaputten Schädel, doch dann platzten sie mit unglaublich treffsicheren Weissagungen heraus, weswegen sie auch gerne von der Camarilla als Orakel und Berater konsultiert wurden.

Am einfachsten war es, mit ihnen zu kommunizieren, wenn man versuchte, sich dem, was sie von sich gaben, anzupassen. So versuchte es auch William. „Wenn du erkant hast, dass es nur eine Maske ist, hat es keinen Zweck, sie weiter zu tragen, oder?“

Nun zeigte sich auch Williams wahres Selbst: Ruhig, gelassen, ein wenig gleichgültig und doch immer auf seine Aufgabe fixiert, aber in erster Linie ziemlich ausgelassen und locker.

„Vielleicht warst du schon öfter hier“, fuhr er fort. „Aber nicht seit ich hier agiere. Ich weiß nicht, wie viel du von den Geschehnissen hier weißt, aber Bale mag keine Fremden. Er achtet sehr darauf, dass hier nicht zu viele Kinder spielen, die gar nicht hierher gehören.“

Er hatte sich der Schönheit mittlerweile vollends zugewandt und musterte sie, eindringlich und doch so unauffällig wie es ihm möglich war. Immerhin sollte sie nicht den Eindruck erhalten, er würde sie anstarren. Es ging ihm nur darum, sie genauer kennen zu lernen.



Loki (Malkavian)   


Loki lächelte nicht mehr, sie grinste. Das was sie wollte hatte sie erreicht, die Wahrheit und leider musste sie sich eingestehen, dass ihr diese wesentlich besser gefiel als die Maske. Doch dass er sie so freiwillig hatte fallen lassen machte ihr klar, dass er auf weitere Floskeln keine Lust hatte und es für sie nicht gut enden würde, wenn sie weiter in Rätseln zu sprechen versuchte. Also tat sie etwas für Malks so untypisches, dass sie sich selbst fragte, ob sie denn wirklich einer war: sie sprach klar, ohne Floskeln, Deutungen oder Rätsel. "Es liegt mir vollkommen fern, den Boss der Camarilla zu stören bei dem was auch immer er gerade treibt!" Es lag vielleicht daran, dass sie noch nicht so lange ein Vampir war und dadurch klarer zu sprechen vermochte, dennoch verursachte es ihr Kopfschmerzen. Es war wie ein Kampf gegen ihren eigenen Kopf. Loki sah William in die Augen und suchte nach Bestätigung die allerdings ausblieb, nahm einen großen Schluck Wodka und schlug die Beine übereinander. Jetzt bemühte sie sich nicht mehr ihn wohlwollend zu stimmen und sprach in der üblichen Wirrnis. Sie beugte sich zu ihm nach vorne, sah tief in die Spiegel seiner Seele und flüsterte: "Was die Geschehnisse angeht mein Prinz, so bin ich blind wie die Justiz!" Kichernd lehnte sie sich wieder zurück und legte verschwörerisch einen Finger an ihre Lippen. An seinem Gesichtsausdruck konnte sie sehen, dass er Malks beinahe verabscheute, doch sie konnte nichts dafür. Sie nahm ihr Schicksal mit offenen Armen entgegen und ließ es nicht mehr los. Der einzige Grund ihrer Existenz, so wie sie dachte, war einzig und allein das Schauspiel dieser Welt. Loki liebte es zuzusehen, wie die verschiedenen Spielfiguren gesetzt wurden, sich geschlagen gaben und starben. Sie beobachtete ihr Gegenüber genauer, so wie er es auch tat. Sie gingen auf Distanz und beobachteten sie wie zwei Raubtiere die sich fragten, wer von beiden zu erst angreifen würde.



Will (Gangrel)


„Na, wenn das so ist“, sagte William achselzuckend. Er hatte kein großes Interesse daran, die Situation mit dem Kainskind komplizierter zu gestalten, als sie ohnehin schon war. Doch Job war Job. „Naja, mit solchen Informationen hab ich ehrlich gesagt auch nicht gerechnet. Alles was ich brauche ist Name und Wohnviertel. Clan ist ja ziemlich offensichtlich.“, fügte er dann etwas herabwertend hinzu. Als der Barkeeper sich zu ihm wandte um ihm etwas zu trinken anzubieten, winkte er nur völlig beiläufig ab. „Ist nicht so, dass mein Interesse an dir so groß wäre, aber Bale ist der neue Primogen hier in L.A. und hat was gegen Touristen. Seine Vorschriften sind ziemlich klar und simpel.“

Es war nicht so, dass er Malkavianer wirklich verabscheute, es war schlicht schwieriger mit ihnen umzugehen als mit normal denkenden Kainiten. Doch schien dieses Exemplar dieses doppelt verfluchten Clans – wenn auch offensichtlich durchgeknallt – geistig nicht ganz so verwirrt zu sein wie der Rest dieser kranken Sippschaft. Das machte sie umgänglicher und damit auch sympathischer in Williams Augen.

In dem Augenblick tat es ihm fast schon ein bisschen leid – fast und ein bisschen – dass er von Anfang an so unfreundlich der Fremden gegenüber war, und allem Anschein nach war sie noch ein Neonate, eine noch relativ junge Vampir-Dame.

Erneut strich Will sich einige Strähnen aus seinem Blickfeld, als er dem Barkeeper per Handzeichen klar machte, dass ihm nun doch nach einem Drink war. Völlig egal , worum es sich dabei handelte. Betrunken werden konnten die Untoten ohnehin nicht, es ging nur um den Spaß an der Freude. Außerdem lockerten solche Gesten ein wenig die Stimmung, wie er fand.



Loki (Malkavian)   


Loki betrachtete William interessiert. Sie stütze ihren Kopf in ihre Hand und musterte seine Gesichtszüge. Fasziniert von dem Spiel zwischen Verschlossenheit, leisem Interesse und einem Hauch von Gleichgültigkeit betrachtete sie sein hübsches Gesicht und fragte sich, wie alt er denn war, denn seine Augen funkelten wie 2 alte Edelsteine, die schon viel von der Welt gesehen hatten. "Man ruft mich Loki und mein bescheidener Unterschlupf befindet sich ganz in der Nähe des königlichen Wespennests! Madame Wilson führt ein Heim für ausgesetzte Welpen wie mich!" witzelte sie und fuhr sich durch die Haare. Der Barkeeper brachte Williams Getränk und zum Wohl prostete sie ihm mit ihrem Whisky zu.

"Bale, es scheint, als hätte mein Kopf diesen Namen schon einmal geflüstert. Der Sturz des letzten Spaßmachers ließ sogar diese nervigen Stimmen in meinem Kopf verstummen." Loki leckte sich kurz über die Lippen, bleckte ihre Zähne und fuhr kurz mit ihrer Zunge über die Eckzähne. Ihr Blick glitt an William vorbei, denn Jeanette war wieder auf der Tanzfläche erschienen. Allein ihr Körper war Musik für Lokis Augen die sofort zu leuchten angefangen hatten. Sie war eigentlich gar nicht ihr Typ, normalerweise richtete sie ihr Augenmerk eher auf Jungen die ihre Volljährigkeit noch nicht erreicht hatten, doch Jeanette war einfach einmalig und brachte wahrscheinlich jedes kalte Blut zum kochen.



Will (Gangrel)


Wunderbar. So sehr er es auch versuchte, es fiel ihm oft sehr schwer dem wirren Gerede der Malkavianerin zu folgen. Wespennest, ihre Stimmen, Spaßmacher, oh mann. Er kannte einige Malkavianer, die trotz ihres Wahnsinns noch relativ normal waren und sich auf einfachem Wege artikulieren konnten. Zugegeben, Grout, der ehemalige Regent der Malkavianer, hatte nach Angaben der Camarilla seine Villa angezündet und sich selbst gepflockt, damit ihn der Rötschreck* nicht von seinem Suizid abhielt.

Jeanette hat ihre eigene zweite Persönlichkeit erschossen und ein alter Gefährte von William, hatte die Angewohnheit sich Messer in den Hals zu stecken, wenn ihm langweilig war. Aber ansonsten waren diese drei Exemplare relativ normal - soweit er das beurteilen konnte.

Doch ausgerechnet Will geriet nun an eine völlig durchgeknallte Vertreterin ihrer Gattung.

"Nicht gerade die genauste Beschreibung, aber o.k., Loki, Clan Malkavian, Downtown. Ich werd euren neuen Regenten mal danach fragen, damit Bale nicht schon wieder paranoid wird."

Ihm persönlich waren diese neuen Regelungen zuwider, aber er war nunmal ein Diener der Camarilla, somit musste er sich fügen. Er kippte herunter, was auch immer man ihm gebracht hatte, und legte seine rechte Hand auf Lokis von ihm aus linke Schulter und grinste eigenwillig. "Die Nacht ist noch Jung und ich hab noch viel vor."

Er hatte einen Tipp bekommen, Anonym. Mal sehen, ob er dort etwas finden konnte - oder jemanden.

*Rötschreck: Beim Anblick von Feuer drehen Vampire sofort durch und geraten in Panik, da Feuer neben Sonnenlicht ihr natürlicher Feind ist. Selbst die Tremere, welche mit dem Pfad der Flammen eben solche heraufbeschwören können, werden innerhalb weniger Augenblicke nach Entzünden des Ziels Opfer des Rötschrecks.



Loki (Malkavian)

 

Loki spürte die Hand auf ihrer Schulter. Sie war wahnsinnig kalt und als er sie wieder wegnahm fühlte sich die Stelle an, als hätte sie in Säure gebadet. "Dann ziehe hinfort mein Prinz, doch pass auf, dass du nicht hinfällst! Auf ein baldiges Wiedersehen!" schnurrte sie und winkte zum Abschied. Sein Gesichtsausdruck sprach Bände und Loki musste lachen. William kehrte ihr den Rücken zu und verschwand, während im Asylum die gewohnte Atmosphäre zurückkehrte.

Den Grund, warum sie ihre Stimmen hierher geführt hatten war nun klar und sie sah keinen Grund noch länger hier zu verweilen, also gab sie dem Barkeeper etwas Geld, überprüfte ob ihr Dolch noch an der gewohnten Stelle war, warf Jeanette eine Kusshand zu und verschwand nach draußen in die Nacht.

Der faulige Geruch, den sie schon zuvor gerochen hatte, war noch nicht verschwunden. Heute Nacht würde etwas geschehen, was die Zukunft von vielen Kainskindern verändern würde, unter anderem ihre eigene. Loki seufzte und lief ziellos durch die Straßen von Santa Monica. Oft irrte sie so umher, wusste nicht wo sie war und musste dann, wenn es fast zu spät war, den Armen der Sonne entfliehen. Ein Rauschen drang an ihr Ohr, Wellen schlugen gegen Felsen. Ihre Füße hatten sie ans Meer getragen. Der Mond schien auf die fast zu ruhige See, ließ sein Licht tanzen, über Wellen, Fels und Haut. Sie verbeugte sich vor ihm und begann zu tanzen, den einsamen Walzer des Mondes. Ihr totes Herz schien fast schon wieder zu schlagen und auf ihre Lippen stahl sich ein glückliches Lächeln, nicht das üblich irre Grinsen oder die hämische Grimasse. Einerseits sehnte sich Loki nach Gesellschaft und verabscheute sie zugleich. Es war ihre eigene Schuld, denn so oft sie konnte benahm sie sich unausstehlich, ignorierte und verärgerte. Wie ein Kind. Wie eine Malk. Ihr Tanz wurde immer wilder, immer unkontrollierter, bis sie sich schnell atmend in den Sand warf und den Wellen zuhörte, die ihre immer wiederkehrende Geschichte sangen. "Someday I´ll walk away and say: you fucking dissapoint me, maybe you´re better off this way." zitierte sie ihr ehemaliges Lieblingslied und verschwand in Erinnerungen ihrer selbst.



Will (Gangrel)


Auch William vernahm den beruhigenden Klang des Meeres, das Rauschen der Wellen, atmete salzige Seeluft und genoss für einen kurzen Augenblick diese idyllische Ruhe der Nacht am Santa Monica Beach, doch lief er nicht wie Loki unten durch die Bucht, er befand sich einige Meter höher auf den hohen Piers. Als er in Richtung seines Zielortes unterwegs war vernahm er eine angenehme Stimme, scheinbar sang dort unten am Strand ein junges Mädchen. Er riskierte einen Blick und war überrascht, wen er dort vorfand. „...maybe you´re better off this way”

Innerlich lachte der Vampir über diese Worte und konnte sich sogar ein Lächeln abringen. Da lag sie, wälzte sich im Sand und sang. Ein Bild zum verlieben, wenn er als Untoter überhaupt noch in der Lage dazu gewesen wäre. So gesehen amüsierte ihn dieser Anblick nur und ließ die durchgedrehte Malkavianerin ein wenig sympathischer erscheinen.

Doch bald wurde seine Mine wieder ernst und er wandte sich von dem, was sich dort unten Bot, ab. Er hatte zu tun.

An der Spielhalle vorbei folgte er den Piers bis zum Hafen. Hier standen meterhoch getürmt riesige Stahlcontainer in allen möglichen verblassten, ergrauten und von Rost befallenen Farben, zum bersten gefüllt mit Waren aller art. An diesen schlich der Blutsauger entlang und steuerte die Lagerhallen an. Diese waren mit großen, weißen Ziffern und Buchstaben alphanumerisch beschriftet. Nach einer relativ kurzen, ereignislosen Suche erreichte er die gesuchte Lagerhalle 11-D38, doch ehe er einen Eingang ausmachen konnte hörte er Schritte, welche sich rasch näherten. Hatte man ihn doch entdeckt? Unwahrscheinlich. Schnell ging er in die Hocke und wandte eine seiner Clan-Disziplinen an: Verdunkelung. Der Schattenmantel, eine dunkle Aura umschloss den Kainiten und verschwand sogleich mit samt seinem Körper. Für Menschen – ebenso für die meisten Vampire – war er nun vollkommen unsichtbar, zu dem Atmete er nicht, rührte sich nicht und besaß keinen Herzschlag, so schnell würde man ihn nicht entdecken.

Er hatte Glück, es war ein einfacher Wachmann, der schlichtweg an ihm vorbeirannte, ein etwas fetter Mann, und William vermutete, er war auf dem Weg zum nächsten Donut-Automaten oder zur nächstgelegenen Toilette, so eilig wie er es hatte.



Loki (Malkavian)   


Sie hatte nicht bemerkt, dass William sie gehört hatte, mehr noch, sie bemerkte nichts mehr. Weder das Rauschen der Wellen, den knirschenden Sand unter ihr, noch das Stimmenwirrwarr in ihrem Kopf. Seit langem dachte sie über ihren Vater nach, sie wusste nicht einmal, wann er gestorben war. Leichte Reue überkam sie, die sie allerdings mit einem leichten Kopfschütteln wie eine lästige Fliege verscheuchte. Der Wind wehte über sie hinweg, schob ihren Rock etwas höher und streichelte über ihre Oberschenkel, ihm haftete etwas an, ein Name, den er flüsterte. Loki richtete sich auf und stützte sich mit ihren Händen nach hinten ab. Der Name war zu undeutlich, dass sie ihn hätte verstehen können, zu vernebelt waren ihre Sinne durch das Durchkämmen ihrer menschlichen Vergangenheit, sie schloss ihre Augen und konzentrierte sich. Ihr Kopf schien fast zu platzen, so sehr strengte sie sich an den Namen zu verstehen bis er schließlich ihre Barrieren durchdrang und sie anzuschreien schien: William!

Sie schlug ihre jadegrünen Augen auf, ihr Kopf ruckte in Richtung Pier. Ihr war egal, dass sie keine große Kämpferin war, doch so viel Aufregung und Spaß, die sie eindeutig roch und sah, in ihren schillernden Farben, hatte sie schon lange nicht mehr erlebt. Zügig ging sie die Treppen zum Pier hinauf, bog um die Ecke als sie oben angekommen war und zog scharf die Luft ein. Die kunterbunten Farben der Aufregung und des Spaßes verdeckten nur die sumpfig braune blubbernde Masse des Todes, der hinter ihnen stand und sie wie Marionetten an Fäden die Lockvögel hatte spielen lassen. Eine Falle, es war eindeutig eine Falle und sie stand direkt davor. William war mittendrin. Es war unklug auf eine fremde Hochzeit zu stürmen und so lief sie zu den Containern, verdunkelte sich und kletterte an einer Leiter auf einen von den Containern. Vorsichtig und ohne Geräusche zu verursachen schlich sie sich von Container zu Container. Plötzlich zischten ihre Stimmen ihr ins Ohr und sie blieb stehen. Hier in der Nähe musste William sein, doch sie konnte ihn nicht sehen. Entweder er befand sich schon in einem der ihr gegenüberliegenden Lagerhäuser, oder er hatte wie sie die Verdunkelung angewendet. Ihre Hand wanderte unter ihren Rock, brachte ihren Dolch zum Vorschein und für einen kurzen Augenblick musste sie an ihren Erzeuger denken, der sie an ihrem 28. Geburtstag geküsst hatte, der sie zum Vampir gemacht hatte und nun zu einer ihrer Stimmen geworden war. Er hatte ihr den Dolch kurz vor seinem endgültigen Tod gegeben. Der Dolch war aus einem Stück Stahl gemacht worden, geheimnisvoll glänzte er rot im Mondschein, wie als würde das Blut der Gegner frisch an ihm kleben. Loki ging in die Hocke und wurde zur stillen Beobachterin.



Will (Gangrel)


William hörte Geräusche, die nicht dem fetten Wachmann gehörten. Schritte? Möglicherweise, darum waren seine geschärften Sinne nun in Alarmbereitschaft, sollte irgendetwas oder irgendjemand seinen Weg kreuzen sollte er, sie oder es nicht damit rechnen, überleben zu können.

Dennoch, er hatte seine eigenen Pläne und würde sich nicht davon abbringen lassen. Es war so gut wie unmöglich die Lagerhalle zu betreten, ohne einen Höllenlärm zu verursachen, doch darauf war er bereits vorbereitet gewesen. Er wartete – er konnte ewig warten, wenn es sein musste – verharrte in seiner Verdunkelung und hielt Augen und Ohren offen. Praktischerweise zehrte diese Disziplin nicht an seinen Kräften, solange er sich nicht bewegte.

Gemütlichen Ganges schlenderte die Wache nach einigen Minuten wieder vorbei, bemerkte jedoch weder William, noch die Tatsache, dass dieser sich ihm genähert und ihm ein Bein gestellt hatte. So banal diese Handlung auch sein Mag, so effektiv war diese. 98 Kilo fett krachten auf den Boden, nachdem der Wachmann einen überraschend hohen Schrei der Verwunderung ausgestoßen hatte. „Verdamm!“, rief er dann noch aus, während er sich aufrichtete.

Unter einem quälenden Lärm wurde mit einem mal die zentimeterdicke, rostige Stahltür der Lagerhalle von innen aufgeschoben und zwei Männer im Partnerlook traten heraus. Beide trugen die selbe nichts sagende Kleidung, den selben langweiligen, langen, hellbraunen Mantel und hatten beide ihre langen Haare zum Zopf gebunden.

Volltreffer. Ein dritter kam heraus, seine Haare waren dunkler, dünner und sein Gesicht bei weitem vernarbter als das der beiden anderen, scheinbar war er auch bedeutend Älter. Das auffälligste an ihm war jedoch eine übergroße, vollautomatische Hochdruck-Armbrust, der letzte Beweis, den William brauchte, um hier freie Hand zu bekommen, zu tun was immer er für nötig hielt.

„Was geht hier vor?“, brüllte er, die Armbrust auf den ahnungslosen Fettsack richtend. „Chef“, unterbrach ihn einer der ersten beiden. „Das ist nur ein Idiot der hingefallen ist.“

„Unterbrich mich nicht!“, fuhr er seinen Untergebenen an.

Diese Konversation kam William nur zu gute, welcher sich in seiner Verdunkelung frei bewegen konnte, ohne beobachtet zu werden. Im Schutze der Dunkelheit schlich er hinter den ältesten, richtete sich auf, zog eine seiner Desert Eagle aus dem Halfter am Gürtel und richtete sie auf dessen Hinterkopf. „Wer sagt, dass er nicht von einem Va-“, weiter kam er nicht, da sein Gehirn bereits auf dem Asphalt zu seinen Füßen verteilt wurde.

Kurz darauf verspürte William jedoch unbändigen Schmerz, verursacht durch Elektrizität, welche sich in hoher Konzentration ihren Weg durch seinen Körper bahnte. Er schrie, als seine Haut anfing an einigen Stellen zu verbrennen und sogar aufzuplatzen. Qualmend und Blutend ging er zu Boden, nicht ahnend, was sich gerade abgespielt hatte.

Aus dem Dunkel trat ein hochgewachsener, hagerer Mann mit einer Hakennase, schmierigen Haaren und einer überaus geschmacklosen Brille mit sehr dicken Rändern. „Sieht aus, als wäre er uns wirklich ins Netz gegangen.“, sagte dieser mit ekelhaft penetranter Stimme. „Dachtest du tatsächlich, du hättest so leichtes Spiel?“



Loki (Malkavian)  

 

Die Hakennase sah sich um, kniff seine Augen zusammen, schob sich die Brille auf der Nase nach oben, sah dann zu William herunter und spuckte ihn an. Ein dreckiges Grinsen zierte sein schmieriges Gesicht. "Bastard! Los bring es zu ende!" knurrte er seinen Handlanger an, der etwas nervös einen Pflock in der Hand hielt und immer wieder zu William schielte. Loki wusste was zu tun war, doch dafür musste sie näher an die Vampirjäger heran. Auf leisen Sohlen kletterte sie die Leiter hinunter. Sie hätte auch einfach von dem Container springen können, doch sie konnte nicht einschätzen wie geschult die Sinne der Jäger waren und so hatte sie sich für die Leitermethode entschieden.

Der nervöse Typ, der William zur Strecke bringen sollte schritt an ihn heran und kniete sich neben ihn hin. "Mach schon, wir haben nicht die ganze Nacht zeit! Oder willst du gleich deinen ersten Auftrag versauen?" Wieder sah sich die Hakennase um, als könne er mit seinem überaus großen Riechorgan jeden Fein 3 Meilen gegen den Wind erschnüffeln. Loki schlich sich näher heran. Stille Sekunden verstrichen, die Zeit floss dahin, tropfte auf den Boden, versickerte und tränkte die Welt mit Vergangenheit bis sie eines Tages wahrscheinlich daran ersticken würde. `Was willst du tun? Was sollen wir für dich tun? Willst du sie ersticken lassen, an ihren Gedanken, an ihrer Vergangenheit, an ihnen selbst? Tu es! Tu es! TU ES!` pressten die Stimmen wie im Chor ihre Gedanken in Lokis Kopf. Sie war bereit, ihr Geist drang in den Kopf des ersten Handlangers und stieß auf einen Alkoholiker der auf ein kleines Kind einschlug und eine weinende Mutter, die schluchzend daneben saß und nur zuschauen konnte. Sie entschied sich, ihn wieder das kleine Kind sein zu lassen, gefangen in seiner eigenen Vergangenheit, seinem eigenen kleinen Alptraum. Weinend hockte er sich nieder, wippte hin und her, schluchzte und machte sich in die Hose. Bei den anderen schlug dieses Verhalten natürlich Alarm und hektisch im Kreis drehend versuchten sie den Angreifer zu entdecken. Hämisch grinste Loki, leckte sich genüsslich über die Lippen und schnalzte dann mit der Zunge. "Wehrt euch nicht, ich kenne jedes kleine schmutzige Geheimnis, jeden geheimen Wunsch und eure schlimmsten Ängste. Flieht oder geht zu Grunde!" sprach sie mit tiefer, knisternder Stimme. Niemand kam ihrer Aufforderung nach und so schlug Loki bei dem nächsten Untergebenen zu, der schreiend in Richtung Meer davonrannte und vor den roten Flammen seiner Vergangenheit floh.

Für Hakennase dachte sie sich etwas besonders schönes aus. Sie ging in ihrer Fähigkeit des Wahnsinns eine Stufe höher und ließ ihn glauben, dass er nun auch zu einem Vampir geworden war. Dass er selbst eine Verfluchter, verdammter Vampir war, die Wesen, die er sein Leben lang gejagt und getötet hatte. Er dachte an seine Schwester, die er getötet hatte als sie zum Vampir wurde. Verbittert nahm er seine Pistole aus der Jackeninnentasche, hielt sie sich an den Kopf und schoss. Seine Gedanken flogen hinweg in die Nacht, über das Meer und noch darüber hinaus. Der Abfall der blieb, die leere Hülle, sackte am Boden zusammen.

Jetzt war nur noch der grimmig aussehende Jäger mit dem Narbengesicht war übrig geblieben. Noch in der Verdunkelung stellte sie sich direkt vor ihn und löste dann ihre Unsichtbarkeit. Bevor er richtig reagieren konnte, legte sie ihm eine Hand auf die Stirn und sprach mit hypnotisierender Stimme. "Du wirst dich an nichts mehr erinnern. Du wirst jetzt zurückgehen, in das Hauptquartier deiner Sippschaft und schlafen, lange schlafen. Wenn du aufwachst, wir alles so sein wie immer. Nun geh hinfort mein kleiner Nachtfalter. Flieg hinfort und verbrenne im Licht." Sie ließ die Hand sinken und er setzte sich in Bewegung. Etwas erschöpft trat Loki neben William, hockte sich hin, untersuchte seine Wunden, die sich langsam zu schließen schienen. Leicht grinsend beugte sie sich vor, so, dass sie direkt in sein Ohr sprach und musste grinsen bevor sie etwas sagte. "Hey mein Prinz. Ich hoffe Ihr habt Euer Nickerchen genossen? Oder seid Ihr die Prinzessin und ich muss Euch wachküssen? Lieber nicht, vielleicht ist mein Wahnsinn ja ansteckend?" Loki war wirklich erschöpft. Sie hatte sich fast verausgabt. Ihre Fähigkeiten in dem Bereicht des Wahnsinns waren sehr gut ausgebildet, doch ihre Kondition war nicht gut ausgeprägt. Das hieß, sie musste viel früher wieder auf die Jagd gehen als sie geplant hatte. Egal, William war fürs erste gerettet und irgendwie ließ das ein befriedigendes Gefühl in ihr aufflackern.



Will (Gangrel)


William nahm seine Umgebung nur überaus diffus war, alles um ihn herum schien im Würgegriff eines ewig währenden Malmstroms langsam zu verschwimmen und in einen tiefen Abgrund gerissen zu werden. Der Schmerz raubte dem Vampir anfangs die Sinne, doch waren es das selbe Leiden, das ihn mit erschreckender Klarheit in die Realität zurückholte und dabei gnadenlos zuschlug.

Auch, wenn das Untotendasein den Vorteil beschleunigter und meist narbenfreier Regeneration mit sich brachte, waren seine Verletzungen schwerwiegend. Was auch immer ihn getroffen hatte war kein Elektronisches Gerät gewesen, dazu war der Stromstoß schlichtweg zu mächtig, kein Mensch hätte das überleben können - und auch nicht jeder Vampir.

Obgleich er dies niemals hätte zugeben können, war es doch Loki, welche ihm sein verdorbenes "Leben" gerettet hatte. Als er sich langsam auf den Rücken drehte war ihr Gesicht das erste, was er sah, erst darauf folgten der Nachthimmel und die Sterne ...

Das laute aufeinanderprallen zweier Hände war zu hören. Aus den metallenen Eingeweiden der Lagerhalle drang der Applaus eines einzelnen Mannes, die "standing ovation" einer Kreatur, so fahl dass dessen Antlitz trotz der Blässe kaum Mondlicht zu leuchten schien. Dieses Wesen versprühte den Duft eines schrecklichen Todes.

Sobald er aus der Halle getreten war hörte der Fremde auf, zu klatschen und sah sich das übriggebliebene ungleiche Paar an. Er trug einen schwarzen Anzug, recht schlicht und doch elegant, dazu passende Lackschuhe und hatte welliges, schwarzes Haar, welches er mit viel Liebe streng nach hinten gestyled hatte, was seiner gesamten Erscheinung etwas schmieriges verlieh. Das einzige, was ihn jedoch wirklich von William oder Loki unterschied waren seine Augen, welche weitaus bedrohlicher aus dem Dunkel zu leuchten schienen als die jedes anderen Vampirs. "Sieh an, sieh an. Scheinbar sind einige der Camarilla-Missgestalten doch etwas zäher, als ich annahm. Gestatten? Ernésto Martínez."

"Loki", gab William von sich, als er sich, sehr langsam, jedoch nicht an Loki stützend, wieder aufrichtete. "Bleib zurück. Der Kerl benutzt Thaumarturgie."

"Ganz recht. Ein schlaues Hündchen, unser kleiner."

Als Ernésto seine Hand hob waren an dieser dünne, feine Blitze zu sehen, Funke, welche sprühten, Energie die durch seine Hände floss und jederzeit zu einer tödlichen Waffe werden konnten. Der Pfad der Blitze, damit war klar, welchem Clan dieser verräterische Antitribu angehörte: Tremere.

Doch was, und das war für William die alles entscheidende Frage, hatte ein mächtiger Vampir wie dieser bei Vampirjägern der Leopoldgesellschaft zu suchen?



Loki (Malkavian)

 

Martínez stolzierte auf sie zu. Loki ging aus der Hocke wieder in den Stand und schwankte. Sie hatte es wohl ein klein wenig übertrieben mit ihrem lustigen Schauspiel. Martínezs Aura war gelinde gesagt eklig. Schwarze Blasen blubberten in einem See von Hass, Rache und...nun ja, was war diese leicht faulige Note die in seiner Aura mitschwang? Trauer? Wut? Selbstmitleid? Loki konnte es nicht sagen, egal wie sie sich konzentrierte. "Unser Prinz hier ist ja auch reinrassig! Trotzdem hast du uns in deinem Netzt gefangen große Spinne!" fast schon spöttisch verbeugte sich Loki und bereute es zugleich, denn durch den Verlust an Kraft schien jede ihrer Bewegungen schwach und zerbrechlich, ihre Finger zitterten. `Sieh dich vor, übertreib es nicht Lügengöttin oder es wird dich deinen Kopf kosten! Herzdame siegt über den Bauer!` Einen Fluchtweg gab es nicht, auf auf ins Verderben, springen wir dem sicheren Tod entgegen, er wird uns mit offenen Armen empfangen, wie er es schon einst tat. Loki lächelte schwach und ihr Gesicht nahm zum ersten mal einen Ausdruck von Erschöpfung an, der Irrsinn, obgleich er schon seit mehr als 10 Jahren wieder in den Köpfen ihrer Clanbrüder und Schwestern wuchs, war noch immer geschwächt, denn was sind schon 10 Jahre im Vergleich zur Ewigkeit. Jetzt wusste sie was diese triefend schwarze Masse gewesen war, Martínez, der Verräter unter ihresgleichen. Doch waren die Tremere Antitribu nicht schon längst im Strom der Zeit versiegt? Ihr Erzeuger hatte es ihr erzählt, die Erinnerungen verblassen zu schnell wenn man mehr als nur 1 Stimme in seinem Kopf hat. Ihre Gabe funktionierte bei Martínez nicht, seine Vergangenheit blieb ihr verschlossen. War er wirklich so mächtig? Wenn ja, dann würde sie jeden Moment sterben.



Will (Gangrel)


"Tze, törichtes Gör. Auch ich beherrsche die Disziplin des Auspex, und ich sehe, dass du schwach bist. Ich hingegen bin voller ... Energie!"

Er untermauerte seine Behauptung, indem er William erneut mit einem heftigen Zehn-Finger-Blitz auf die Bretter schickte. "Sei unbesorgt, du bist gleich nach ihm dran."

William wurde geradezu gegrillt und wandte sich unter den Hunderten von Volt die gerade durch seinen Körper schossen, doch was Martínez nicht sah, war, dass Wills Stärke von Sekunde zu Sekunde zunahm, statt geringer zu werden. Er Investierte alle Kraft, die Ihm blieb, in die Disziplinen "Seelenstärke" und "Geschwindigkeit", und ehe sein Gegner davon Wind bekam sprang William auf und fiel den Antitribu an wie ein wildes Tier. Auch, wenn Tremere über ausgezeichnete magische Fertigkeiten verfügten, so waren sie körperlich vergleichsweise Schwach, und solange William den sengenden Schmerz ignorierte unterlag Martínez. Der Gangrel prügelte wie wild auf ihn ein, so dass die Knochen seines Gegners hässlig unter seinen Schlägen knackten.

Doch nach kurzer Zeit roch es geradezu stechend nach verbranntem Fleisch, und als die beiden Vampire vor Erschöpfung zusammenbrachen war der Verräter ebenso kaum noch wiederzuerkennen wie der Gangrel, der leblos und völlig verbrannt von ihm kippte.


Loki (Malkavian)

Loki war nach hinten gekippt und saß nun auf dem Boden. Gespannt betrachtete sie das Schauspiel, konnte die Augen nicht davon lassen. Eine große Hilfe wäre sie William ohnehin nicht gewesen. "Schlagt ihm die Eingeweide raus mein Prinz!" feuerte sie ihn an undverfluchte gleich danach Martínez lautstark. Wenigstens konnte sie noch fluchen. Als der Kampf scheinbar geendet hatte lagen beide am Boden. Der leicht süßliche Geruch von verbranntem Fleisch stieg ihr in die Nase. Vor Martínez stehend trat sie mit dem Fuß auf ihn ein so gut sie eben noch konnte. So viel sie jetzt sehen konnte war Martínez völlig am Ende. Leise röchelnd lag er da wie ein Häufchen Elend und versuchte erneut seine Kräfte zu mobilisieren. Schnell zog Loki ihren Dolch, rammte ihn dem Verräter in sein schon längst totes herz und genoss den Augenblick seiner Starre. Natürlich war er jetzt noch nicht tot, doch das war jetzt nicht ihr größtes Problem. Die Lagerhallentür stand noch offen wie die Tore zur Hölle selbst und boten eine gute Gelegenheit für ein Versteck dar. Ächzend packte sie Martínez am Kragen und schleifte ihn in die Lagerhalle. An weitere feinde verschwendete die Malk keine Gedanken. So ein Spektakel war sicherlich nicht zu überhören gewesen, vor allem nicht für die Malks von Santa Monica. Die Farben des kampfes hatten wie ein Leuchtfeuer rot gestrahlt, hoch und weit. Sie versteckte Martínez hinter ein paar Fässern und ging dann wieder zum immernoch am Boden liegenden William. Erneut beugte sie sich über ihn und musterte sein verbranntes Gesicht. "Mein Prinz, Euer hübsches gesicht ist aber arg entstellt. Ich werde die Spiegel für Euch verhängen müssen wenn wir wieder auf Eurem Schloss sind!" der Gedanke von einem weißen Ross schoss ihr durch den kopf und ließ sie laut auflachen. "Wohl an, dann besteigt euer weißes Ross und hofft, dass es eEuch weit genug tragen kann!" Loki musste sich zusammenreißen als sie William vom Boden hochzerrte und einen seiner Arme um sich legte. Nur langsam kamen sie vorran und Loki hatte das Gefühl ständig beobachtet zu werden. Viele Male mussten sie anhalten um wieder zu Atem zu kommen und schließlich musste Loki William abladen als sie unten am Strand angekommen waren. Sie wusste nicht recht was sie jetzt tun sollte, war sie doch noch nie in einer solchen Lage gewesen. Mit ihren letzten Kräften zog sie ihren Prinzen unter die Treppen des Piers und gönnte sich dort eine Verschnaufpause. Sie sah verstohlen zu William herüber, dessen Selbstheilungskräfte schon zu wirken schienen, doch nur langsam voran kamen. Eine Stunde plante Loki für die Pause ein und kniete sich dicht neben Will in den sand und begann eune Sandburg zu bauen wobei sie leise vor sich hinsummte.


Will (Gangrel)



Es dauerte eine ganze Weile, bis William seine Augen wieder öffnen konnte. Auch danach war Minutenlang nur Schwärze zu sehen, ehe sich die kleinen weißen Punkte am Nachthimmel zeigten, erst nur diffus, dann immer Heller werdend. Sterne.

Doch noch ehe seine Augen wieder ihren Dienst antraten machten sich ganz andere Sinne bei ihm bemerkbar: Es roch nach verbranntem Fleisch, ebenso schmeckte es danach in seinem Mund und er fühlte – so deutlich wie er noch nie zuvor etwas gefühlt hatte – unsagbare, unbeschreibliche, indiskutable Schmerzen. Er spürte sie in seinen Muskeln, seinen Venen, Mark und Bein, alles schrie geradezu vor Pein, und sein Empfinden war die Beschwerdeabteilung. „Lo....ki....“, gab er krächzend von sich, und wäre er in der Lage gewesen, ein wenig mehr Leben in seine Stimme einfließen zu lassen, so klänge der Ausspruch ihres Namens eher nach einer überaus überraschten Feststellung und ungläubiger Realisierung.

Das einzige, woran er noch weniger glauben wollte als an Lokis Anwesenheit war die Tatsache, dass sie tatsächlich eine Sandburg baute , während er neben ihr lag und die größten Höllenqualen erlitt, während sie fröhlich vor sich hinsummte.

Dank seiner kainitischen Beschaffenheit regenerierten sich seine Zellen ungewöhnlich schnell und er war bald in der Lage seine Arme und Beine zumindest ein bisschen zu bewegen. Hin und wieder kämpfte er mit der Ohnmacht und schien ab und an für einige Sekunden tatsächlich das Bewusstsein zu verlieren, ehe die Schwärze wieder dem Sternenhimmel wich. „Oh ... Mann ...“



Loki (Malkavian)

 


Sie hörte ihren Namen, konnte jedoch nicht sofort ausmachen ob es von außen kam oder doch nur wieder eine ihrer Stimmen war. Kurz hörte sie mit dem Summen und dem Bauen ihrer Sandburg auf und wandte sich zu William. Ihre Hände waren voller Sand, unter ihren Fingernägeln hatte sich eine wahre Sandkruste gebildet, was sie im Moment jedoch nicht einmal zu bemerken schien. "Ihr schafft das mein Prinz, ihr seht schon nicht mehr so scheußlich aus." Nach einer kurzen Pause fügte sie noch vergnügt hinzu: "Und wenn gar nichts mehr hilft, nehmen euch bestimmt die Nosferatu mit in ihre tiefen Grotten und weihen euch ein in ihre dunkelsten Geheimnisse." Zur Untermalung ihrer Worte hob sie ihre Hände, stand auf und drehte sich einmal im Kreis während sie ein "Huuu!" von sich gab. Plötzlich sanken ihre Hände herab, ihr Gesicht wurde ernst und sie ließ sich auf ihre Knie fallen. Eine kurze Welle des Schmerzes durchfuhr sie. Bilder strömten durch ihren Kopf, Bilder von...ihr? Noch nie zuvor hatte sie sich selbst so deutlich gesehen in ihren Voraussagen. Sie konnte sich sehen, wie sie an einem fremden Ort war, eine Villa, nein, nur ein großes Gebäude. Um sie herum war alles so hell, wie als wäre es der hellste Tag. Verschiedene Farben waren zu erkennen, blau, grün und violett. Doch vorherrschend waren rot und schwarz. Das gleiche schwarz wie zuvor bei Martínez. Loki ließ ihren Blick schweifen und konnte sich gar nicht satt sehen. Dieses helle Licht, wie hatte sie es vermisst freundliches Tageslicht zu sehen, nicht dieses ständige Neonleuchten. Vorsichtig ging sie einen Schritt nach vorne und entdeckte plötzlich vor sich etwas glitzerndes auf dem Boden liegen. Leichten Fußes ging sie darauf zu und hob den Gegenstand auf, drehte ihn in der Hand und musste lachen, schrecklich lachen. Es wurde immer hysterischer, schriller. In Händen hielt Loki tatsächlich eine goldene Krone, besetzt mit Rubinen und aus purem Gold. Sie drückte sie so fest in ihre Hände, dass sie anfingen zu bluten.

Danach war alles schon wieder vorbei. Sie hatte die ganze Zeit auf ihre Hände gestarrt, die immer noch vor Sand strotzten. Williams Stimme drang wieder an ihr Ohr, doch diesmal stärker als zuvor. Kaum konnte sie den Blick von ihren Händen losreißen, da blickte sie wie gebannt auf William, der zum Himmel hinaus starrte. Auf allen Vieren kroch sie zu ihm hinüber und betastete vorsichtig sein Gesicht. "Tut das weh, mein Prinz?" William drehte verärgert sein Gesicht zu ihr und wollte schon etwas erwidern, als er ihren Gesichtsausdruck sah. Er war nicht geschockt, nein, sondern ängstlich. So etwas sah man bei einer Malk wahrlich selten, erkannten diese doch meist den Ernst der Lage nicht einmal wenn er ihnen direkt ins Gesicht sprang. 

 

 

 

Will (Gangrel)

 


Und wie ihre Berührungen weh taten, doch William sagte nichts, stattdessen richtete er sich blitzartig auf, selbst wenn sein Körper dagegen protestierte. In Lokis Augen lag etwas undefinierbares, nicht greifbares, das man selten und doch nur in der Mimik eines durchgedrehten Malkavianers zu sehen vermochte.

"Loki ...", gab William erneut leise von sich, ehe er ein stück nach hinten rutschte.

Mit einem mal traf die Realität ihn wie der Schlag eines Schwergewichtsboxers in der dritten Runde. "Moment, was tu ich hier eigentlich?"

Er wollte gerade aufspringen, als ihm seine Beine nun wahrlich jeden Dienst versagten und er wieder schmerzhaft auf seinem Hintern landete. "Argh ... verdammt, ich sollte an den Docks sein und diesem Verräter gerade die Würmer aus dem Schädel prügeln! Und die Jäger, was ist mit denen?"

Seine klauen ballten sich zur Faust und schlossen den feinen Sand in sich ein, hinterließen spuren im Strand, während William, teils aus Wut, teils durch Schmerz die Zähne zusammenbiss und das Gesicht verzerrte.

"Ernésto Martínez. Ich muss herausfinden für wen er Arbeitet, von welcher Chantry er kommt. Und dann werde ich mit diesem Sabbat-Bastard den Boten aufwischen!"

 


Will (Gangrel)

 


William erwiderte nichts sondern starrte gebannt in die schwarze Leere. Anscheinend wusste Loki nicht, wie gefährlich die Visionen eines Malkavianers für andere Wesen - auch für andere Vampire - sein konnten, denn was den ohnehin schon zermarterten Verstand eines Malks formte konnte für das Bewusstsein eines mehr oder minder noch gesund denkenden Wesens unmöglich gut sein. Doch der Gangrel hatte glück gehabt, denn ein Großteil der unzusammenhängenden Bilder, welche er gesehen hatte, waren vergleichsweise harmlose Erinnerungsfragmente und nur wenig entsprang wirklich den kranken Phantasien Lokis.

Dennoch brauchte er einige Zeit, ehe sein Bewusstsein wieder den Weg in das Hier und Jetzt fand, um sich seiner Lage wirklich gewahr zu werden. Als seine begleiterin ihn aufforderte ihr zu folgen schnellte sein Blick an den Pier, den sie zuvor beobachtet hatte, doch sah er in seinem Zustand noch nicht scharf genug und so musste er ihr Kopfschüttelnd vertrauen.

Ein wenig zittrig zwang sich Will auf die Beine und schaffte es tatsächlich, zu stehen und sehr unbeholfen und in leicht gebeugter Haltung einige Schritte zu gehen. "Oh verdammt, was für eine Nacht."

Mit ausreichend Willenskraft gelang es ihm letzten Endes sich zu voller Größe aufzurichten und einen aufrechten Gang hinzulegen. "Ok, gehen wir. Aber all zu schnell wird das nicht gehen."



Loki (Malkavian)

 


Die Malk blickte sich vorsichtig um. Der Strand schien ruhig, doch war diese Ruhe ebenso trügerisch wie gefährlich. Sie drehte sich um, sah wie William sich aufrichtete und verzog mitleidend das Gesicht. „Mein armer Prinz.“ quietschte sie und holperte zu ihm zurück. „Ich würde Euch ja nur zu gerne meine Hand anbieten, doch ich glaube, dass das für unser erstes Rendezvous ein klein wenig zu weit gehen würde. Abgesehen von Eurem Stolz, den ich dadurch wahrscheinlich unglaublich köpfen würde.“ Bedeutungsschwer zwinkerte sie ein paar mal und nickte dann mit dem Kopf in Richtung des Strandzugangs. So schnell wie es ihnen möglich war schritten sie über den Sand, welcher die herrlichsten Töne hervorbrachte. Mit jedem Schritt verspottete er Loki und beschimpfte sie als Feigling und Versager. Wütend darüber trat sie mit jedem weiteren Schritt fester zu. Der Sand verstummte und Loki triumphierte. „Ha! Das hast du jetzt du Ausgeburt der Hölle!“ rief sie theatralisch und ballte ihre Hand zur Faust. Loki beschleunigte ihren Schritt, achtete jedoch stets darauf, dass William ihr folgen konnte. Immer weiter, die Treppen hinauf und durch das Parkhaus. Plötzlich stoppte sie, blieb wie angewurzelt stehen. Die Luft am Strand war schon unangenehm gewesen, doch jetzt war sie regelrecht erdrückend. Als würden unsichtbare Hände um sie greifen und fest zudrücken. Hinter ihr kam William zum Stehen und legte die Stirn in Falten. „Sie werden uns verfolgen mein Prinz. Und 2 Ziele sind schwerer zu treffen als eins, meint Ihr nicht auch?“ fragend legte sie den Kopf schief und betrachtete den lädierten William.

 

 

 

Will (Gangrel)

 


Schweren, unbeholfenen Schrittes war William tatsächlich in der Lage seiner Begleiterin zu folgen, und auch die Treppen meisterte er ohne sich zu beschweren, obgleich er gerne den ein oder anderen Kommentar bezüglich seiner Lage, seinem Stolz und unterlassener Hilfeleistung von sich gegeben hätte, doch irgendwo hatte Loki recht. Er gehörte nicht zu den Vampiren, die sich von einer Frau auf die Füße helfen ließ.

Im Parkhaus angekommen lehnte er sich leicht resignierend an eine Wand, wischte sich mit einer Handbewegung, die weniger elegant wirkte als sie eigentlich sollte, die wirren Haare aus dem Gesicht und sah zu Loki herüber. Gab dieses verwirrte Weibsbild gerade tatsächlich etwas sinnvolles von sich? Oder war es erneut nur ein Aussetzer und ein anderer, strategisch weitaus begabterer Teil ihrer unzähligen Persönlichkeiten, der aus ihrem Mund sprach? So oder so, ihr Vorschlag hatte durchaus etwas für sich ...

"Nungut", gab er schnaufend von sich. "Ich rate dir, Santa Monica nicht all zu eilig zu verlassen und damit die Jäger direkt zu euren Vampirheim für Geistesgestörte zu führen - Madame Wilson wäre sicherlich NICHT amüsiert. Bleib lieber in der Nähe, damit die Camarilla immer ein Auge auf dich haben kann."

Ein wenig unbeholfen kramte er in eine seiner Taschen herum und ertastete einen kleinen Stapel Pappkarten, vielleicht vier oder fünf Stück. Er zückte eine dieser Karten, auf denen nur eine Telefonnummer und die Buchstaben "QUKK" zu sehen waren und reichte sie der blonden, durc

hgedrehten Schönheit. "Nicht verlieren. Ich verschwinde nämlich jetzt von hier ...", und einen Worten folgten Taten.

Es hatte ein wenig länger gedauert als gewöhnlich, bis er sich, von dem Kampf immernoch ziemlich benommen und nicht vollständig genesen, in einer Seitengasse hinter dem Asylum und dem Krankenhaus endlich in sein Versteck zurückziehen konnte, eine Tür mit einer nicht mehr funktionierenden Leuchtreklame und der Aufschrift "MEGAHURTZ", ein Wortwitz über den der Stadtgangrel noch nie lachen konnte. Von innen sah das ganze noch schäbiger aus, ein heruntergekommenes Büro mit einem alten Schreibtisch, einem noch älterem Rechner, den William nur sehr selten benutzte, seit er einen Laptop hatte, und einer Klimaanlage, die schon vor Ewigkeiten den Geist aufgegeben hatte. Das einzige, was tatsächlich noch funktionierte war ein kleiner Kühlschrank, den er sicherlich plündern würde, sobald er seinen Anruf getätigt hatte.

Vollkommen fertig ließ er sich in seinen Bürostuhl fallen, griff nach dem Hörer eines ebenfalls recht alten Telefons und suchte sich aus seiner Kartei die richtige Nummer heraus.

Gesucht, gefunden und auf der Wählscheibe gewählt, auch das erhoffte Freizeichen war zu hören, doch machte sich niemand die Mühe, abzuheben. Das Mobiltelefon schaltete auf die "Mailbox" um, eine Art Anrufbeantworter für Handys, und machte ihm ein unwiderstehliches Angebot, nämlich seine Nachricht nach dem Piepton zu hinterlassen.

"Bresciano", stöhnte William vollkommen entnervt und versuchte trotzdem, den italienisch-sizilianischen Namen richtig auszusprechen. "Du hast genau zehn Minuten um im Megahurtz zu erscheinen."

 

 

 

Danilo (Ravnos)

 


Die Geschäfte liefen schlecht in letzter Zeit. Zu viele Wichtigtuer meinten etwas von seinem Kuchen abhaben zu müssen. Selbst dieses Drecksstück Jeanette hatte ihre Vorderungen auf vierzig Prozent hochgeschraubt obwohl ihr Laden besser lief als eine Gelddruckmaschine. Es war nur eine Frage der Zeit bis Danilo der Geduldsfaden riss. Auch heute Abend schienen die Junkies sich schon woanders versorgt zu haben, Kundschaft war mangelware und seine Laune dementsprechend beschissen. Eine Schachtel hat er diese Nacht schon verqualmt und es war sicher dass es nicht die letzte sein wird. Als das Handy klingelt schaut er genervt auf das Display "Wieder so ein Asi ohne Nummer" und wartet ab. Kopfschüttelnd hört er die Nachricht ab, klappt das Handy zusammen und schmeisst seine Kippe in die Drecksfütze am Strassenrand direkt vor ihn. "Der Typ nervt, denkt der ich bin sein Laufbursche. Spinner!". Er ruft sich ein Taxi, brüllt den Fahrer an dass er etwas aufs Gaspedal treten soll, zehn Minuten bis Santa Monica war ne knappe Sache.

Danilo steigt aus dem Wagen aus, wirft dem Fahrer durchs offene fenster ein paar Scheine zu und zündet sich eine Zigarette an. Santa Monica war ein Drecksloch, wie eine Gummizelle für all die Wichser im Großraum L.A. . Hier gibt sich die Hure und der Junki die Klinke in die Hand. Doch das erbärmlichste an der ganzen Sache war, dass es genau die Leute sind von denen er die Scheine kriegt, gescheiterte Existenzen die im Crackrausch ihre Erfüllung suchen. Danilo schaut auf die Uhr, eine silberne Rolex, erstanden von einem Hinterhofhändler aus Saudi Arabien. Ein Bekannter verriet ihm erst vor einigen Tagen dass es sich um eine Fälschung handelt, was Danilo jedoch nicht sehr überraschte. Eines stand fest, dafür musste der Händler bluten, doch das hatte Zeit. Er hatte nur neun Minuten bis hierhin gebraucht, der Taxifahrer schien wirklich Angst gehabt zu haben. Allerdings war es nicht in Danilos Interesse pünktlich zu sein, wer so meinte mit ihm umgehen zu können muss warten. So lässt er die Minuten verstreichen und steht mit einer funfminütigen Verspätung vor dem Megahurtz. Er schnipst die glühende Klippe in die Gasse und klopft an. Ohne auf eine Antwort zu warten öffnet er die Tür und betritt den kleinen Raum. Der Anblick von William überraschte Danilo und er zog eine Augenbraue nach oben. "Wie ich sehe habt ihr sie gefunden." Danilo geht auf den Scheibtisch zu und setzt sich darauf. Die Neonröhren an der Decke flackern und erst nach und nach kann William das Gesicht seines Gegenüber erkennen. William nickt. Danilo fährt sich durch seine langen schwarzen Haare, überschlägt die Beine und richtet den Kragen. Eine Wolke aus Parfum kommt William entgegen. William richtet sich langsam auf, immernoch schmerzt sein ganzer Körper und kurzzeitig verzieht sich sein Gesicht zu einer schmerzverzehrten Miene. "Deine Informationen waren auch schonmal besser." William wirkt sauer, soweit sich das in seinem Zustand von seinem Gesicht ablesen lässt. Danilo bleibt lässig, William soll froh sein überhaupt Infos bekommen zu haben. "Du wolltest sie schnell, du hast sie bekommen. Willst du das nächste mal noch wissen welche Blutgruppe die Wichser dort haben?" Danilo fährt sich wieder mit den Händen durch die Haare. "Also, was willst du von mir, ich hoffe für dich du hast mich nicht hier hin bestellt um mir nur zu sagen dass die Infos dir nicht gepasst haben."




Loki (Malkavian)

 


Gerne hätte Loki dem Prinzen ihrem Prinzen hinterher gewunken, doch leider hatte zu der Zeit kein Taschentuch zur Hand gehabt. Verhalten blickte sie sich um und verschwand nach einem weiteren verstrichenen Augenblick in einer schmalen Seitengasse. Das Kärtchen, welches William ihr kurz zuvor in die Hand gedrückt hatte weilte immer noch dort und so hielt sie es sich vor Augen. Im ersten Augenblick konnte sie nur eine gewöhnliche Karte mit einer Nummer und Buchstaben sehen und wollte sie schon gelangweilt in ihre Hosentasche stecken, als sich die Zahlen bewegten. Wie Atomteilchen schossen sie im weißen Rechteck der Karte hin und her. "Hört sofort damit auf, oder ich zerreiß euer Gefäß! Die Karte ist vom Prinz, also benehmt euch entsprechend!" zischte sie mehr belustigt denn wütend. Mit hohem Kichern stellte sie zufrieden fest, dass die Zahlen tatsächlich auf sie hörten und in ihre ursprüngliche Position zurückkehrten und ließ sie statt in ihre Hose, direkt im Shirt neben ihrem toten Herzen verschwinden.

Loki setzte gerade wieder an sich aus der Gasse zu winden, als eine tiefe Stimme sich in ihrem Kopf meldete. Die Beine knickten ihr weg, ihr gesamter Körper schien jegliche Spannung zu verlieren und mit dem Boden verschmelzen zu wollen. /Was tust du da du dummes Weib? Steh gefälligst wieder auf oder ich lasse deinen Kopf platzen!/ Loki versuchte es krampfhaft, doch nichts half. Diese Stimme, die sie schon so lange nicht mehr gehört hatte raubte ihr einfach die Kraft, die ohnehin schon am Verschwinden war. /Willst du deinen Sire etwa verärgern du unfähiges Stück? Komm schon, die Sabbatfänger sind immer noch hinter dir her./ Auch nach dieser Ermahnung regte sich nichts. Die Stimme ihres Sires nahm einfach zu viel Platz ein in ihrem Kopf. /Dann nehm ich das jetzt in die Hand. Aber lass dir eins sagen: das war das letzte mal, dass ich deinen Arsch gerettet habe./

Wie an Fäden hoben sich ihre Arme, spannten sich ihre Muskeln und ihr Kopf hielt sich aufrecht. Für Loki fühlte es sich unglaublich leicht an, als würde sie sich nur von oben betrachten und selbst keinen Muskel rühren. Mark, ihr Sire, führte sie entlang der Straße zielstrebig auf das alte Tattoostudio zu. Sie ließ alles geschehen, genoss es regelrecht die Last ihres eigenen Körpers nicht mehr zu spüren und trat wenig später in das Tattoostudio ein. Zunächst führte ihr Sire sie in den Keller, setzte sie auf den Boden und zog sich weitreichend zurück. /Du wirst zunächst sicher sein, doch diese Festung wird nicht ewig währen, mein Kind. Wenn die Sabbatunholde kommen, dann blende sie./ Schwach nickte Loki und spürte, wie sich die Stimme zurückzog. Sie sah sich um: verdreckt und schäbig grinsten ihr 3 Wände entgegen und leckten sich scheinbar die Lippen. Schon immer hatte sie enge Räume verachtet und mochte sich nur ungern in ihnen aufhalten. So schloss sie ihre Augen und zog sich zurück.

 

 

 

Will (Gangrel)

 


Halt erstmal den Rand", bellte William zurück, hatte sich jedoch überraschend gut im Griff. "Hat man dir keine Manieren beigebracht? In der Domäne eines anderen bist du nichts ohne dessen Wort, also benimm dich seinen Regeln entsprechend. Und da dies meine vier Wände sind hast du gefälligst einen gewissen Grad an Respekt und Höflichkeit zu wahren, so wie ich, trotz deiner schlampigen" - und er verstand es, dieses adjektiv fett, kursiv und unterstrichen auszusprechen - "Arbeit immernoch genügend Respekt für dich aufbringe, um dir nicht irgendeinen stumpfen Gegenstand über die Birne zu ziehen."

Mit einer überraschend lässigen Bewegung schwang er seine Füße auf den Schreibtisch, lehnte sich zurück, kramte dabei blind eine Schachtel Zigaretten aus der Schublade und warf diese an das andere Tischende, wo sich auch ein Holzstuhl befand. "Hinsetzen, zuhorchen. Glaub mir, es ist besser, wenn du jetzt gut aufpasst."

Er hob die Hand und zeigte Danilo dabei den Handrücken, während er sprach. "Zwei Jäger", er knickte zwei Finger um. "Ein Techniker", der kleine Finger folgte. "Und der Anführer". Zuletzt knickte er den Daumen um, so dass Danilo nurnoch den Mittelfinger zu sehen bekam. "Rate mal wer der verdammte fünfte Mann an Bord war. Noch ein Jäger, den du bei deiner Informationsbeschaffung einfach nicht mitbekommen hast? Nicht doch. Polizei? Auch nicht."

Seine Füße fanden wieder festen Boden vor, als er aufstand und noch in der selben Bewegung heftig auf den Tisch schlug. "Ein verdammter Sabbat-Bastard!", erneut schwangen in seiner Stimme ein leises knurren und ein anderer animalischer Laut mit. Scheinbar verlor William ein wenig die Contenance. "Ein Tremere, Thaumarturgie, ein verdammter Hexer!"

Ah, scheinbar war der Ravnos endlich hellhörig geworden.

"Jäger, das heißt verdammte Menschen, und Vampire. Ich hab schon einige schräge sachen gesehen, aber sowas noch nicht. Und jetzt frage ich dich, ob du, als du dich für mich umhören solltest, diese Kleinigkeit einfach vergessen hast oder sie für unwichtig hieltest."

Nach und nach bekam William sich wieder unter kontrolle, doch musste er sich dazu zwingen. Auch, wenn er ein Stadt-Gangrel war, in ihm wohnte die selbe Bestie wie in jedem seiner Clansbrüder, und diese durften sie niemals freilassen ... komme was wolle ...




Danilo (Ravnos)

 


Auf das Geschwafel erstmal ne Kippe. Dalino klatscht in die Hände "Schöne Rede, wirklich gut. Scheinst dir deine Worte in der letzten viertel Stunde gut überlegt zu haben. Aber euer Clan ist sowieso ein Fan großer Reden. Du gabst mir zwei Tage und das war alles was rauszufinden war. Einen Junkie haben sie abgeknallt weil er zu aufdringlich war. Der andere hat sich nach kurzer Zeit aus dem Staub gemacht. Du kannst von Glück reden dass zumindest auf der Kamera was Brauchbares drauf war." Danilo genoss den Zug an der Zigarette, er hätte am liebsten gleich die ganze Schachtel verqualmt. "Glaubst du wirklich ich würde mich selbst auf den Weg dahin machen um für dich meinen Arsch zu riskieren. Und für die paar Kröten kannst du froh sein dass du überhaupt was bekommen hast, oder für wie blöd hälst du die Jäger. Wegen deiner Scheisse da sind mir schon drei Kadetten der Gesellschaft fast aufs Dach gestiegen." Er steht auf und geht langsamen Schrittes durch den Raum. "Also komm mir nicht mit Respekt und dem ganzen Scheiss. Langsam stinkt es mir, fast jedes mal den Kopf hinhalten zu müssen nur um für dich irgendwelche Infos zu bekommen ohne auch nur einmal zu wissen worum es überhaupt genau geht." Danilo tritt gegen einen leeren, ziemlich verbeulten Abfalleimer der daraufhin gegen die gegenüberliegende Wand fliegt. "Respekt, Respekt, euer scheiss Ventrue-Gefasel hängt mir langsam aus den Ohren raus. Scheisse man was wird hier gespielt?"

Loki (Malkavian)

Ein Krachen. Holz splitterte und Stimmen drangen an Lokis Ohr. Langsam stieg sie aus ihrem Innersten heraus, kämpfte sich durch unzählige Schichten ihres Kopfes. "Könnt ihr mich nicht mal in Ruhe lassen?" müde wedelte sie mit ihrer Hand imaginäre Schatten bei Seite und schob sich an der Wand nach oben.

Je weiter sie wieder zu Bewusstsein kam merkte sie, dass sie sich die Geräusche nicht eingebildet hatte. Verdammt, der kleine nette Ausflug mit dem Prinzen hatte sie schon genug geschwächt. Dazu kam noch, dass sie seit geraumer Zeit nicht mehr zum dinieren gekommen war. "Verdammt!"

Die Stimmen verstummten und Loki schlug sich die Hand vor den Mund. Zu spät, denn sie konnte es sehen. Zwei Sabbatanhänger waren in die Festung eingedrungen und hatten sie gerochen, schwarze Masse floss die Treppe herunter, stank nach Hass und Furcht aber auch nach Frischfleisch. Inzwischen hatte sie sich vollkommen aufgerichtet, klammerte sich allerdings noch an ihre schützende Wand.

"Kommt nur her, Kitty, Kitty!" witzelte sie und lächelte bitter. "Kommt nur her, ihr Bastarde und ihr werdet mich kennenlernen." Tatsächlich rasten die beiden Neulinge den Rest der Treppe nach unten und blieben fauchend und zischend vor ihr stehen. Loki ließ ihre Finger knacken und fühlte sich kurz über die Stelle an der sie Williams Kärtchen stecken hatte und grinste. Es war ihr sadistisches Grinsen, nicht das übliche irre und grenzdebile. Mit schneller Handbewegung griff sie zu ihrem Dolch, zog ihn aus dem Stiefel und rammte ihn dem linken Sabbatarschloch in den Hals. Da dieser mit dem Schock und Röcheln zu tun hatte, widmete sie sich dem rechten. "Wir sehen uns in der Hölle wieder, Schatz!" Ihre Augen weiteten sich und drangen in ihn ein. Wie ein kleiner Fehlerteufel kappte sie die Verbindungen in seinem Geist, verwirrte, verknotete und schnitt durch. Schmerzerfüllt schrie der rechte auf und hielt sich seinen Kopf, nicht, dass das etwas genützt hätte. Wie ein nasser Sack sank er auf den Boden und zuckte nicht einmal mehr. Dem linken zog sie die Klinge aus dem Hals, holte aus und wollte ihm schon den Kopf abtrennen, als dieser seinerseits ausholte und sie heftigst ins Gesicht schlug. 4 tiefe Wunden zogen sich nun über ihr Gesicht und ließen ihren Kampfpartner nur schwer erkennen. Scheiße, jetzt war sie wirklich am Arsch.

 

 

 

 

Will (Gangrel)

 


 Für einen kurzen Augenblick war William tatsächlich ein wenig perplex über Danilos Verhalten, doch mit jedem Wort breitete sich das nun entstehende, selbstgefällige Grinsen immer mehr auf seinen Lippen aus. "Soso", gab er von sich, nachdem sein Mülleimer auf der Seite zum liegen gekommen war und einzelne Blätter, zu unförmigen Knäueln zusammengepresst, aus dem Behälter vor seine Füße rollten. "Wieso plötzlich so ungehalten?"

Dieses mal setzte er sich in lässiger Haltung auf seinen Tisch, ließ dabei ein Bein angewinkelt baumeln, das andere auf dem Boden, griff sich selbst eine Zigarette, ehe Danilo diese alleine aufrauchte und zündete sie sich mit einem Feuerzug an, das aussah wie eine schwarze und überaus realistisch wirkende Pistole, doch kam keine Partone aus dem Lauf sondern nur eine kleine Flamme.

"Scheint, als hättest du Angst um dein verfluchtes Untoten-Dasein. Schon mies, wenn man als Ravnos nicht wirklich den Schutz der Camarilla genießt, nicht wahr?"

Auch er nahm einen kräftigen Zug, hielt einige Augenblicke inne und ließ dann mit einer genüsslichen Ruhe den Rauch aus seinem Mund nach oben steigen, vorbei an einer flackernden Lampe und einem kaputten Ventilator. "Du willst wissen", fuhr er endlich fort. "Was hier gespielt wird? Ich will's dir sagen. Wir haben einen verfluchten neuen Prinzen auf unseren Thron gesetzt, und dank ihm ist auch ein neuer Sherrif in der Stadt, Bale und sein Pack haben mit ihrer neuen Politik die meisten Vampire in einem eisernen Würgegriff und alles ziemlich gut unter Kontrolle, und jeder, der nicht spurt, so wie deine Clansbrüder, sind auf der Liste der gefährdeten Arten.

Man kann sich immer weniger aufeinander verlassen, hochrangige Vampire verschwinden, einer nach dem anderen, Spurlos von der Bildfläche, verbrennen in der eigenen Hütte oder verabschieden sich mit einem lauten Knall. Die Neugeborenen und Küken haben kaum mehr eine überlebenschance, und du beschwerst dich tatsächlich, weil dir die Leopoldgesellschaft ein wenig zu dicht auf die Pelle gerückt ist? Verdammt nochmal, wenn ich nicht eins nach dem anderen ihre verdammten Nester ausheben würde gäbe es Santa Monica wahrscheinlich bald keine Kinder der Nacht mehr. Da du den Schutz der Camarilla nicht hast brauchst du meinen, und ich brauche deine Informationen. Sind die Infos falsch, dann kann der Wachhund nicht richtig arbeiten." Bei diesen Worten zeigte er auf sein Gesicht, auf dem sich die letzten Narben gerade zurückzogen. "Und dann gibt es niemanden mehr, der hier auf euch aufpasst, weder auf dich ..."

Doch seine Worte verloren sich im Wirrwarr seiner Gedankengänge, und mit einem mal wurde aus der zynischen, vorwurfsvollen Ansprache ein Nachdenkliches gemurmel, es schien ihm, als habe er etwas übersehen ... Etwas von elementarer wichtigkeit, etwas, das ihn den Kopf kosten könnte. Nur was?

 

 

 

Danilo (Ravnos)

 


“Noch wen?" beendete Dalino den Satz. "Du bist genauso am Arsch wie wir alle. Willst du aus dir jetzt den großen Rächer machen, den Retter? Ausserdem, wen interessieren diese Wichser von Dünnblütigen, die sich zusammenkriechen wie Maden in vergammelten Brot, sich hier eingenistet haben und von unseren Futter fressen. Sie sind jetzt wie die ganzen anderen tollwütigen Streuner da draussen. Sie sind in die Enge gedrängt, sie tummeln sich und irgendwann werden sie zuschlagen mit ihren Krallen und Zähnen ohne darauf zu achten wem sie die Kehle aufschlitzen. Sie hocken in Kellern, wissen dass sie nicht jagen können, und wenn sie erstmal genug Hunger haben dann hast du den Teufel zum Dinner eingeladen. Dann, das verspreche ich dir, ist hier die Hölle los. Werft sie den Jägern zum Frass vor und achte lieber darauf dass deiner eignenen Haut nichts passiert." Es wird warm in dem Zimmer. Die letzten Tage stieg das Thermometer immer über 35 Grad und die Nächte versprachen ebenfalls nur wenig Kühle. Die Klimaanlage summt nurnoch vor sich hin ohne auch nur ein wenig die Temperatur etwas angenehmer zu gestalten. Danilos Laune sinkt weiter. Doch William hatte Recht, leider. Bis auf eine Sache. "Die Camarilla bietet niemandem Schutz in dieser Zeit. Und auch dein Prinz wird nichts gegen unseres Gleichen unternehmen. Ihr scheisst euch in die Hose wenn wir kommen und atmet tief durch wenn der Tross weiter zieht." Die nächste Zigarette musste herhalten, es waren nurnoch zwei in der Schachtel. "Aber du hast Recht, ich steh nich darauf meinen Schädel für etwas zu riskieren was mich eigentlich nichts angeht. Ich pisse für gewöhnlich nur dem ans Bein bei dem ich es mir leisten kann. Du dagegen scheinst dich mit Leuten zu umgeben die dir fast den Arsch aufreissen wenn du zu früh blinzelst." Danilo rückt sich das Hemd gerade, streicht mit der Hand über Ärmel und Brust um einige Falten heraus zu streichen. "Ich bin ein notwenidges Übel für dich, genauso wie Du es für mich bist. Das wissen wir beide oder etwa nicht? Also warum bin ich hier?"

 

 

 

Loki (Malkavian)

 


Jede ihrer unzähligen Stimmen flüsterte oder schrie ihr eine Lösung ihres Problems entgegen. Der Sabbatarsch betastete seinen Hals und schien rasend vor Wut, schritt langsam auf sie zu und starrte sie wie irre an. "Schlampe, dreckige Camarillahure glaubst du könntest mich mit dem kleinen Messer fertig machen? Dafür brauchst du schon viel mehr!" Ihre Sicht war verzerrt, die Wunden pochten, besonders auf ihren Wangen. /Töte ihn, Töte ihn!!!/ schrien ihre Stimmen nur im Chor und ihrem Vorschlag folgen griff Loki fester um ihren Dolch und machte sich für einen erneuten Hieb bereit. Dieser zielte auf seine Beine, wie sie hoffte. Durch das dumpfe Geräusch des Aufpralls wurde ihre Hoffnung bestätigt und sie rappelte sich auf. So schnell es ihr vergönnt war stürzte sie sich auf ihn, versuchte ein letztes mal für ihn zu grinsen und schnitt ihm mit ein paar Hieben den Kopf ab. Erschöpft wollte sie schon niedersinken und sich ausruhen, auf einer schönen kalten Leiche ihr Haupt betten und versinken, doch ihr kam eine äußerst amüsante Idee. "Für den Schmerz, mein Schatz." sang sie leise und nahm den eben abgetrennten Kopf fast liebevoll in ihren Arm. Sanft wuschelte sie durch die Haare des starrenden Kopfes, drückte ihm einen Kuss auf die Wange und öffnete den Mund. Den Dolch immer noch in ihrer rechten Hand schnitt sie die Zunge heraus legte beides, Messer und Zunge neben sich und stieg von dem Sabbatneuling herunter. Im Schneidersitz nahm sie sich ihr Souvenir und spielte für kurze Zeit damit rum, bis sie sich ihrer Situation bewusst wurde. Sie konnte nicht hierbleiben, denn man würde die beiden Volltrottel vermissen. Seufzend wischte sie ihren Dolch am Shirt des ersten Opfers ab und steckte ihn wieder in ihren Stiefel. Die Zunge verstaute sie in einem abgerissenen Streifen Stoff, quetschte sie in ihre Hosentasche und verschwand gen Ausgang.

 

 

 

Will (Gangrel)

 


"Noch wen?"

William dachte nach. Wenn die Leopoldgesellschaft, diese vermaledeiten Vampirjäger, Danilo bereits das Leben schwer machten, bloß weil er sich ein wenig umgehört hatte, was würde dann erst mit ihm oder der durchgeknallten Malkavianerin geschehen - vor allem mit ihr, sie schien nicht all zu sehr in der Lage zu sein, gegen solche Feinde zu bestehen, auch wenn ihre mentalen Kräfte außerordentlich waren - , jetzt, wo sie sich in ihre Angelegenheiten Tatkräftig eingemischt hatten? Hatte Martinéz überlebt und sie vielleicht sogar verraten? Nein, dafür war bei weitem noch nicht genug Zeit vergangen, dennoch konnte William es nicht darauf ankommen lassen.

"Was brauche ich wohl? Informationen, Munition, ein wenig Rückendeckung. Und du bist hier um mir zu helfen, immerhin sind Klatsch, Tratsch und dreckige Geschäfte genau dein Ding, genauso wie das Schmuggeln diverser Sachen, Waffen et cetera. Aber vorher ..."

Mit seinen Klajuen griff der Gangrel nach seinen beiden Halftern, doch einer war leer, er hatte die zweite Desert Eagle wohl im Kampf an den Docks verloren. Nicht weiter schlimm.

Unter seinem Schreibtisch holte er einen schwarzen Koffer hervor, der im Gegensatz zu seiner Residenz im Megahurtz nicht völlig verstaubt und veraltet wirkte. Es war ein recht neues oder zumindest gepflegtes Exemplar aus schwarz lackiertem Metall mit Zahlenschloss. Links die 013, rechts die 370, klack! - öffnete sich der Koffer. Im inneren befanden sich zwei weitere Desert Eagle, dazu vier Magazine, zwei Schalldämpfer, alles sauber, akribisch geordnet, es fehlte eigentlich nurnoch die Originalverpackung, diese Ordnung wollte so garnicht zu dem Haven passen, in welchem der Citygangrel sich vor kurzem niedergelassen hatte. Die alte Waffe legte er auf den Tisch, die beiden Modelle aus dem Koffer lud er mit den Magazinen, verstaute die beiden übrigen in seinen Taschen und griff nach seiner Lederjacke - zu ihrem Glück hatte sie die Nacht bisher auf dem Stuhl verbracht und war nicht in den Kampf verwickelt gewesen.

"Die Knarre kannst du erstmal haben, du kommst nämlich mit."

Mit einem male schien den sonst recht ruhigen Vampir eine gewisse Hektik gepackt zu haben. Er öffnete den Kühlschrank und fand zu seiner enttäuschung weniger Inhalt vor, als er gehofft hatte. Nurnoch zwei durchsichtige Plastikbeutel mit blutrotem Inhalt - Blut eben.

Er griff sich eine davon, stach mit seinen klauen ein Loch in die dafür vorgesehene markierte stelle und trank so schnell er konnte. Vampire bevorzugten es stest, das frische, warme Blut aus dem Körper eines jungen Opfers zu saugen, doch für diesen Augenblick glitt der Lebenssaft aus der Konserve Williams Kehle hinunter, als wäre es der edelste Tropfen adeligen Jungfrauenbluts, den er jemals gekostet hätte. Auch, wenn er es unterdrückt hatte, so schrie sein Körper danach und war noch lange nicht zufriedengestellt...

Die leere Konserve feuerte William in irgendeine Ecke. "Oh verdammt ... das tat gut. Also, vorher müssen wir uns um jemanden kümmern. Nicht, dass ich seit neustem als wohltätiger Samariter durch die Gegend ziehe, aber zum einen bleibe ich unseresgleichen sehr ungern etwas schuldig - das weißt du nur zu gut - und zum anderen ist sie ebenfalls eine wichtige Verbindung zu dem ganzen. Und ich befürchte, dass sich der Feind eher an sie herantraut als an mich, immerhin ist sie ein wehrloses Küken.

Denn weißt du, du hast recht. Der Sabbath-Typ mit dem ich mich angelegt habe gehört zu der sorte, die dir den Arsch aufreißen, und der war sicherlich nicht der stärkste, den die in Petto haben. Also, kommst du mit?"

Hatte er eine wahl?

 

 

 

Danilo (Ravnos)

 


Danilo nahm die Knarre entgegen und steckte sie sich hinten in die Hose 'So wie die Nigga aus den HipHop-Videos immer' dachte er. Schusswaffen hatten selten Stil, und den galt es in jeder Lebenslage zu bewahren fand er. Vielleicht war dies ein Grund für ihn, dass er seinem Messer oft den Vorzug vor seiner Pistole gab, zudem schrien sie Länger wenn sie ein Messer zwischen den Rippen hatten als wenn man ihnen eine Kugel in den Schädel jagt.

Er zog das Hemd über die Waffe und versicherte sich, dass niemand sie auf den ersten Blick sah, einen zweiten würde sowieso niemand auf ihn werfen können. Danilo ärgerte sich dass er seinen Hut nicht dabei hatte, für solche Gelegenheiten war er wie geschaffen, er fiel auf und irritierte, welcher Idiot spielt sich schon vor einer Schiesserei am Hut rum, 'Ich' dachte er.

Trotz der Verletzungen war William gut zu Fuß. Sie eilten durch die Gassen von Santa Monica, rannten durch die Pisselachen der Junkies und stiessen Huren beiseite die auf ihre Freier warteten. Ihre Suche begannen sie an der Mainstreet, in der Hoffnung sie vielleicht im Diner oder im Asylum zu finden. Die Strasse war hier sehr voll, immernoch wollten dutzende von Leuten in den Club. William und Danilo bahnten sich ihren Weg durch die Menge, nicht ohne Einigen den Ellbogen oder Schultern ins Gesicht zu rammen. Die ganze zeit rannte Danilo nur strikt William hinterher und erst jetzt fiel ihm auf dass er keine Ahnung hatte wohin sie liefen oder wen sie suchten. Als sie kurz vor dem Diner anhielten packt Danilo William an der Schulter und dreht ihn zu sich um. "Verdammt verrat mir mal wo wir hinrennen. Meine Stiefel sind voll mit Pisse und Kotze von den Wichsern ausm Club und ich weiss immernoch nicht wo du hin willst?!" Danilo streicht sich mit der Hand die Haare zurück und schaut sich auf der Strasse um ohne zu wissen wonach er Ausschau hält.

 

 

 

Loki (Malkavian)

 


 Langsam aber beständig stolperte sie die Treppen hinauf, gab sich mühe einen Fuß vor den anderen zu setzen. Sie hatte keine Ahnung wohin sie sollte und ob sie diesen ihr noch unbekannten Ort überhaupt noch erreichen würde. Oben angekommen ballte Loki die Hand zur Faust und streckte sie in die Luft. "Sieg! Ich habe den Berg bezwungen!" Herrlich heiser lachte sie und bewegte sich auf den Ausgang zu. Unendlich lang kam ihr das vor, wie sie sich bis dahin durchkämpfte, schaffte es letztendlich auch mit Mühe und Not.

Draußen an der Nachtluft kam sie sich schrecklich befreit vor, der Wind wehte ihr durchs Haar und streifte wie ein paar Stunden zuvor ihre Wangen. Wie in Zeitlupe breitete sie ihre Arme aus und drehte sich 3 mal im Kreis, seufzte einmal abgrundtief und setzte sie erneut in Bewegung. Torklend und schwer schwankend setzte sie einen Fuß vor den anderen, vollführte entsprechende Armbewegungen und versuchte noch möglichst elegant auszusehen. Leise fluchte sie vor sich hin und zog die Stirn kraus. "So macht das keinen Spaß! Musik Majestro!" Kurz blieb sie stehen und überlegte. "Cause I need to watch things die, from a distance. Vicariously I live while the whole world dies, you all need it too don't lie!" Jetzt erschien wieder ein Lächeln auf ihren Lippen und ihre Augen strahlten trotz ihrer Schwäche. Die Wunden auf ihrem Gesicht begannen schon wieder zu heilen und ihre Sicht war nicht mehr allzu eingeschränkt. Musik, nicht ihre eigene, drang an ihre Ohren, was sie sehr betörte und so torkelte sie den Melodien entgegen.

 

 

 

Will (Gangrel)

 


"Halt mal den Rand!", bellte William zurück und hatte dabei ein gewisses Dejavu-Gefühl. Mit einem mal verstummten die Menschen vor dem Asylum, als sie in ihrer Mitte tatsächlich einen Hund vermuteten, doch zu ihrem Glück blickte keiner direkt zum Gangrel, und so gingen das nervtötende Geplapper und die Drängelei wieder von vorne los.

"So, mir reichts, wir gehen zurück.", doch als er sich umdrehte versperrte ihm jemand den Weg, ein bedeutend größerer und nicht besonders intelligent dreinblickender Kerl mit unglaublich kurz geschorenen Haaren und einem Kinn, als hätte man es in Stein gemeißelt. "Lass mich mal durch, Kumpel.", verlangte Will in einem etwas schärferem und doch noch höflichem Tonfall, doch der Schrank vor ihm lachte nur, so drängelte er sich einfach an ihm vorbei. Doch dieser legte daraufhin seine Hand mit viel nachdruck auf seine Schulter und signalisierte damit, dass er auf der suche nach Ärger war, einer dieser Leute die nur in Clubs gehen um sich zu betrinken und Schlägereien anzufangen. Wie er solches Gesindel hasste. Ein kurzer Blick über die Schulter zu seinem Gefährten Danilo, welcher sich bereits die nächste Kippe angesteckt hatte und darauf wartete, dass Will den Weg freimachte.

"Wohin denn so eilig?", fragte der geistig minderpriviligierte Mann, der auf Konfrontationskurs mit einem Gangrel war.

Doch darauf ließ er sich nicht ein, im Gegenteil, William blieb vollkommen ruhig, umklammerte die Hand des Fremden, welche auf seiner Schulter Ruhe, brach diese mit einer gewissen Genugtuung und ließ den elendigen Menschen mit seinen Problemen alleine. Mit einer gewissen Ehrfurcht - oder bloß Furcht - wichen nun die übrigen vor dem Vampirgespann zurück, ohne auch nur die geringste Ahnung davon zu haben, wer tatsächlich vor ihnen stand.

Mit ein bisschen Abstand vom Asylum ordnete Will seine Gedanken neu. "Ok, auf die Art kommen wir nicht weiter, wir können nicht halb Santa Monica auf diese Art abklappern, aber wenn der Feind sie in die Hände kriegt bevor wir es tun ist unsere einzige Verbindung zu diesen Freaks für'n Arsch, also strengen wir mal unsere untoten grauen Zellen an."

In diesem Augenblick, noch während will gedankenverloren ein sehr ernstes Gesicht machte, schwankte eine blondhaarige Gestalt mit blutbefleckter Kleidung an dem Duo vorbei und sang dabei "...while the whole world dies, you all ned it, too, don't lie!", und schien dabei auf dem direkten Wege zum Asylum selbst zu sein.

Verdammt, hatten sie glück!

Als er endlich begriff, wer dort so gemütlich vorbeischlenderte ging er die zwei Schritte hinterher, packte Loki an der Schulter und riss sie, wenn auch ein wenig unsanft, zu sich herum. "Tja, mein Freund, mein Instinkt hat mich nicht getäuscht, wir waren nur etwas zu früh dran."





Danilo (Ravnos)

 


"Wir sind wahrlos durch die Gegend gerannt, sind mindestens zweimal durch jede Gasse gerannt und du nennst das Instinkt?" Loki sah schlimm aus, obwohl ihre Wunden schon anfingen sich zu schließen war der Anblick immer noch kein angenehmer. Ihr gang wirkte kraftlos, haltlos und vorallem orientierungslos. Ihr Rücken war gebeugt und die Arme hingen schlaf herunter, man mochte den Eindruck haben dass ihre Knochen nurnoch aus Gummi waren und reine Willenskraft sie davor bewahrte in sich zusammen zu sacken. "Und wie es aussieht sind wir nicht die Ersten die sie finden. Ausserdem müssen wir sie schleunigst von der Strasse weg kriegen, selbst diese versoffenen Schweine sollten stutzig werden, wenn vor ihren Augen Wunden wie von Geisterhand verschwinden. Verdammt wir müssen raus aus Santa Monica, die kennen wahrscheinlich eh schon jeden einzelnen Unterschlupf von uns, wir werden hier keinen sicheren Ort mehr finden." Danilo wirkte langsam beunruhigt, ein bisschen Action machte ihm nichts aus, doch wenn er nicht wusste was auf ihn zukam und womit zurechnen war, dann war es ihm lieber alles erstmal aus sicherer Entfernung zu beobachten bevor er mit geschärften Klauen zurück aufs Schlachtfeld eilte. "Alles und Jeder könnte uns in den Rücken fallen. Selbst der Wichser gerade hätte zu ihnen gehören können, du weisst selbst gut genug dass sich der Sabbat einen Scheiss um die Maskerade kümmert, warum sollte der Tremere dir also nicht wieder ne Ladung verpassen, auf offener Strasse, hier und jetzt." Danilo strich sich wieder die Haare zurück. Er fummelt in seiner Hosentasche nach der letzten Schachtel Zigaretten, als er reinschaut muss er feststellen dass sie leer ist. "Verdammt!" Er dreht sich um und geht zu dem Typ der sich dummerweise William in den Weg stellen wollte. "Rauchst du?" fragt Danilo ruhig und gelassen. Ein kurzes Nicken ist alles was er als Antwort bekommt. "Gute Antwort, richtige Antwort. Wenn ich dir nicht auch noch deine Beine brechen soll, gibst du sie mir. Ich bin nicht so sanft wie mein Kollege da drüben, ich hoffe ich habe mich klar genug ausgedrückt, Schwantlutscher!" Ein weiteres Nicken, ein verängstigter Blick auf den Boden und eine fast volle Schachtel Kippen waren der Dank. Das Erste was heute Abend mal gut gelaufen ist. Sofort zündet sich Danilo eine Zigarette an und bietet William ebenfalls eine an. "Wir sollten nach Downtown ins Hotel, ich hab genug Bares um uns für ein paar Tage dort einquatieren zu können. Falls du eine Kreditkarte hast solltest du dir es zweimal überlegen ob du damit wirklich was bezahlen willst, ihr seid nicht die Einzigen die Leute beschatten können wie man sieht." Tief dringt der Rauch in die verkümmerten Lungen ein, und obwohl solcherlei körperliche Genüsse eigentlich völlig Unmöglich sind für Vampire, erfüllt es Danilo doch mit einer gewissen Zufriedenheit.




Loki (Malkavian)

 

 

Ihre Sicht war zwar noch immer beeinträchtigt, doch die Stimme die nun in Lokis Ohr drang war ihr gut bekannt. "Mein Prinz! Habt Ihr mich in der kurzen Zeit so sehr vermisst, dass Ihr die wahrlich dreckigen Straßen der alten Dame durchkämmt habt?" Kläglich scheiterte sie an dem Versuch einen Knicks zu vollführen und entschied sich stattdessen für einen weiteren wirren Blick. Wieder einmal sagte sie sich und ihren Stimmen, dass es langsam mal an der Zeit war ihre Kondition zu verbessern um nicht immer wie der letzte Vollidiot dastehen zu müssen. Denn so sehr sie sich auch freute William zu sehen, schämte sie sich für ihre Schwäche, die sich nun überdeutlich in ihrem Gesicht abzeichnete. Loki wollte gerade noch etwas zu William sagen, als sie zum ersten Mal Danilo bemerkte. Interesse flackerte auf in ihren jadegrünen Augen, als sie den Ravnos musterte. Wenn sie die Kraft hätte aufbringen können, hätte sie vor Begeisterung in die Hände geklatscht und ein paar Drehungen um die eigene Achse vollführt. Wie wohl sein Name war? Bestimmt etwas aufregendes, etwas fremdes, etwas Südländisches. Seine Farbe war eine Mischung aus rot und grau und leuchtete besonders um seinen Kopf, so dass er seinen eigenen kleinen Heiligenschein zu besitzen schien. Das tollste an ihm war allerdings, dass um sein rechtes Handgelenk ein roter Faden gebunden war, welcher direkt zu Williams linkem Oberarm führte. "Ah, ein Freund von Euch, mein Prinz? Nein, sagt nichts, ich such mir einen Namen für ihn aus!" Langsam schloss sie ihre Augen, hob leicht zitternd einen Finger an ihre Lippen und gab sich ihrer Inspiration hin. Verschiedene Bilder zuckten in ihrem Kopf hin und her, zeigten ihr seine Herkunft, verschwommene Bilder von sonnenreichen Tagen und milden Nächten. Wie schon bei William dauerte die Informationsflut nur einen Augenblick, der so kurz war, dass man noch nicht einmal blinzeln konnte. "Soso, wir haben hier also einen echten Don. Sollten wir Angst um unsere kleinen Finger haben oder soll ich schon mal den Zementmischer holen?" Ein kleines irres Kichern brach zwischen ihren Lippen hervor und füllte die Situation. "Mein Prinz, ich glaube wir sollten das großzügige Angebot des Dons annehmen und uns von ihm aushalten lassen. Ich habe nämlich gar furchtbare Dinge mit zwei Kindern des Sabbats getan, die Sabbateltern werden sicher bald nach ihnen schreien."




Will (Gangrel)

 

 

 Gangrel gehörten zu den wildesten und ungehaltensten Vampiren, und auch wenn William zu den wenigen seiner Art gehörte, die Vernunft und innere Ruhe zu ihren Tugenden zählten, gab es doch eine Grenze, welche zu überschreiten stets gefährlich war, und Danilo und Loki leisteten gerade gute Arbeit daran, eben dies zu tun.

Für einen Augenblick schaltete er einfach ab, schloss die Augen und blendete Loki gezielt aus, so dass ihn nur die Worte "Don" und "Sabbbathkinder" erreichten und der Rest ihres nervigen Geplappers, seit sie Danilo bemerkt hatte, in einem sanften Rauschen unterging. Als ihn die beiden Untoten daraufhin erwartungsvoll ansahen blickte er kurz in die Runde und stöhnte ein mal genervt auf.

"Also, Loki, das ist Danilo, Ravnos. Danilo, das ist Loki ... der Rest erübrigt sich wohl." - ihm dürften sowohl ihre leicht kindlich-bescheuerte Art als auch das 'Zweite Gesicht' aufgefallen sein. Wieder an Loki gewandt - "Und ich zerr dich nicht aus reiner Nächstenliebe von der Straße."

Analytisch ließ Will seinen Blick durch die Umgebung schweifen, doch niemand schenkte dem ungleichen Trio auch nur die geringste Aufmerksamkeit, alle Menschen waren viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um irgendjemanden zu bemerken, insbesondere der Kollege mit der gebrochenen Hand und der Traumatisierung durch zwei Vampire.

"Aber für lange Erklärungen haben wir zum einen nicht die Zeit, zum anderen erübrigen sich diese ohnehin. Danilo hat verdammt nochmal recht, wir müssen aus Santa Monica raus, diese Stadt bietet keinen Schutz, aber wie kommen wir am schnellsten ungesehen nach Downtown? Taxi?" Es lag ein gewisser Hohn in seiner Stimme, doch die Frage war berechtigt, denn er selbst besaß kein Auto, die Malkavianerin würde er an kein Steuer lassen und Danilo, anwesender Ravnos, war selbst mit dem Taxi gekommen.

Alternativen waren die Kanalisation, ein recht langer Fußmarsch oder ein kurzgeschlossenes Auto – die bisweilen Attraktivere Variante. „Was meinst du, Danilo? Irgend eine Idee?“

Loki sprudelte wahrscheinlich geradezu vor Einfallsreichtum, doch wollte der Citygangrel sein Schicksal nicht in die Hände einer Irren legen, so hilfreich sie bisweilen auch gewesen war. Andererseits sagte ein Kluger Kopf vor langer Zeit „Das Denken ist nur was für Bekloppte“, und dieser fixen Idee ein wenig Glauben schenkend wandte er sich doch noch an die Malkavianerin. „Oder du? Irgendein Vorschlag?“




Danilo (Ravnos)

 

 

"Ich hätte nen Kollegen der uns hier rausbringen könnte. Allerdings ist der Kerl so käuflich, der würde seine Mutter für nen Hunderter in die Sklaverei verkaufen, von daher sollte das nur ne Notlösung sein. Ne Karre kurzschließen wäre wohl das attraktivste, aber selbst das wird Probleme geben. Wenn der Wagen erstmal als gestohlen gilt werden auch unsere Verfolger wissen was los ist, oder es zumindest ahnen. Wird das Auto gefunden werden sie wissen wo wir sind. Also schlage ich vor, wir schnappen uns nen fahrbaren Untersatz und fahren damit zur Union Station um von dort aus die Heavy Rail zu nehmen. Wir könnten dann überall sein. Hoffen wir das wenigstens die Videokameras uns nicht eindeutig einfangen."

Danilo blickt Loki tief in die Augen, versucht den offensichtlichen Wahnsinn zu verstehen den sie ausstrahlt ohne jedoch irgendeinen Anhaltspunkt zu bekommen. "Deine Finger sind vorerst sicher, doch dein Mundwerk scheint recht freizügig zu sein. Freizügigkeit ist etwas dass ich nur im Kleidungsstil geiler Teenies schätze, also halt dich etwas bedeckter und brüll nicht alles auf offener Strasse heraus." Ein Malk, das machte die ganze Sache nicht viel einfacher. Schlimm genug, dass möglicherweise hunderte von Jägern und irgendwelche durchgeknallte Vamps hinter ihnen her waren, eine Irre mit sich herum zu schleppen deren Laune schlagartig ins Gegenteil überschlagen kann war sicher ein Handicap welches nicht zu unterschätzen ist.

"Lasst uns zum Parkhaus. Den Bullen dort habe ich so geschmiert, ich könnte wem den Schädel wegblasen, direkt vor seinen Augen, und er würde die Schnauze halten. Aber stellt keine zu hohen Ansprüche an unseren Schlitten, alles was mehr als drei grüne Scheine als Schrott wert ist würde hier nur auffallen." Danilo drängt die Anderen dazu sich zu beeilen, schiebt Loki fast schon an, sieht es aber nicht ein ihr irgendwie zu helfen. "Wenn einer noch nen besseren Plan hat sollte er jetzt damit rausrücken, wenn wir erstmal im Auto sitzen wird es so gemacht wie ich es gesagt habe."




Loki (Malkavian)

 

 

Oh, sie mochte diesen Don und die Tatsache, dass sie ihn nervte, machte ihn ihr noch sympathischer. Loki drehte sich wieder zu William um und zwinkerte ein paar Mal. "Ich hätte schon ein paar Vorschläge gehabt, die Elefanten und brennende Reifen beinhaltet hätten, doch seine Idee finde ich auch nicht schlecht, mein Prinz." Dieser sah sie entnervt an und schien sie in Gedanken schon tausend Mal umgebracht zu haben, was sie nur mit einem Schulterzucken quittierte. Zu ihrem großen Glück, waren die Verletzungen in ihrem Gesicht so gut wie verheilt, sodass ihre Sicht nicht länger beeinflusst war. Der Don drängte sie in Richtung Parkhaus und achtete selbst nur nebensächlich darauf, dass Loki, die immer noch ziemlich wackelig auf den Beinen war, hinterher kam. William dagegen schien dagegen noch einen kleinen Funken Interesse an ihr zu haben, was allerdings nicht von Zuneigung herrührte.

Sie waren kurz vor dem Parkhaus, als sich ein unangenehmes Summen in ihrem Kopf meldete. "Oh nein, nicht schon wieder!" stöhnte Loki leise und musste sich zusammenreißen, nicht hinzufallen. Es geschah so schnell, dass sie nicht einmal sagen konnte, wie er es überhaupt geschafft hatte. Mark drängte sich vor, dehnte sich in ihrem Kopf aus und verdrängte sie in die kleinste Ecke ihres Kopfes. All das geschah im Laufen und es grenzte schon an ein Wunder, dass sie nicht gefallen war, doch dieses Mal war es etwas anderes. Nun hatte ihr Sire vollkommen die Kontrolle über sie übernommen, Sprache, Bewegungen und Gedanken und nur er konnte diesen Zustand beenden. "Beeilt euch, ihr Dummköpfe, sie werden uns sonst schon bald eingeholt haben!" Man konnte nicht sagen, ob die beiden es bemerkt hatten, doch ihre Stimme war merklich tiefer und ihr Ton schroffer geworden.




Will (Gangrel)

 

 

Danilo ging in Williams Augen überraschend kontrolliert mit der Tatsache um, dass sie mit einer chronisch Geisteskranken unterwegs waren, die dank ihres Clanmakels nicht nur unberechenbar sondern auch hochgradig gefährlich war. Doch scheinbar teilten beide die selbe rationale Ansicht über die Situation: Sie war das einzige Bindeglied zwischen den Zusammenhängen, die keiner so recht zu begreifen schien. Sabbath-Kinder und Menschen, Vampirjäger der Leopoldgesellschaft auch noch, die widerwärtigsten Feinde der Kainskinder ...

Als Loki plötzlich mit tiefer Stimme und befehlendem Tonfall das Wort ergriff waren beide anwesenden männlichen Vampire überaus überrascht, doch irgendwie gefiel ihm im Augenblick "diese Loki" besser als eine umherspringende Irre. Sie war einfach praktischer.

Danilos Plan hatte wahrlich etwas für sich und war die bisher beste Alternative, und da der Plan in sich schlüssig und mit etwas Glück nich all zu schwer durchzuführen war schloss er sich seinem Partner an. "Weißt du", sagte Will mit einem etwas hämischem Grinsen, obgleich er seine Worte wirklich ernst meinte. "Genau aus diesem Grund arbeite ich lieber mit dir zusammen als mit umgänglichen stümpern. Du bist zwar schwierig, aber wenigstens hast du Ahnung von dem, was du tust. Was auch immer das gerade ist."

Als sie an einer Polizeiwache vorbeikommen blickte der wohl genährte Mann in seiner Uniform recht misstrauisch drein, doch Danilo nickte ihm einmal freundlich und doch bestimmend zu und schon hatten sie Narrenfreiheit. Beamte waren so einfach gestrickt, sie mit einigen grünen Scheinen oder einem Donut zu bestechen war einfacher als ein Kind aus dem Kinderwagen zu klauen.

Das Parkhausinnere war ein kalter Betonkomplex mit krankenhausweißen innenwänden, erschreckend niedriger Decke und einem bestialischem Gestank, ein gemisch aus Alkohol, Benzin, Erbrochenem und Urin, und die einzige Abwechslung in Form von abblätternder Farbe waren ältere und neuere Poster irgendwelcher kranken Deathmetal oder Industrial-Bands, welche demnächst im Asylum auftreten sollten. Was für ein hässliges Parkhaus.

Dort angekommen sahen sie sich eine Weile um, ehe sie einen roten Wagen entdeckten. Ursprünglich war dieser mal silbermetallic Lackiert, doch der Rost tauchte das ganze in ein ungesundes Rot. Ansonsten wirkte die Karre stabil genug für eine Fahrt vom Parkhaus zur Station und mit etwas Glück noch 5 Meter weiter zur nächsten Tankstelle.

"Wenn das mal nichts ist, meine lieben, dann weiß ich auch nicht."




Danilo (Ravnos)

 

 

"Hoffen wir das Beste." Danilo kramt aus seinem Stiefel sein Sprungmesser hervor und schaut sich zunächst das Schloss des Wagens genau an. Er streicht mit den Fingern über das Schlüsseloch und begutachtet akribisch den Spalt an der Fahrertür. Mit der Hand schirmt er das künstliche Licht von den Neonröhren ab und schaut durch das Fenster in das Fahrzeuginnere, auf der Suche nach irgendwelchen hilfreichen Details. Nach einigen Minuten klappt Danilo wieder das Messer zu und geht zur Hintertür auf der anderen Seite. Mit einem lauten Klicken geht die Tür auf. "Es wäre ein Wunder gewesen wenn bei der Schrottkarre noch alle Schlösser funktioniert hätten." Ein breites Grinsen kann er sich nicht verkneifen. Von der Rückbank aus klettert Danilo auf den Fahrersitz und öffnet von innen die restlichen Türen. "Dann mal los, hoffen wir das alles glatt läuft." Als William die Beifahrertür aufmacht schaut in Danilo kopfschüttelnd an. "Ihr sitzt beide hinten. Die Verrückte lass ich mit Sicherheit nicht alleine auf der Rückbank sitzen. Sorg dafür dass sie keinen Scheiss baut."

Danilo riss die Amaturen unter dem Lenkrad weg, holte die Kabel hervor und schloss das Zündschloss kurz. Der Wagen sprang mit einem lauten Knall an. Nach kurzer zeit waren sie mit dem Wagen auf dem Highway Richtung Stadtkern als plötzlich eine rote Lampe aufleuchtet. "Verfluchte Scheisse man, was kann noch alles schief gehen." Der Zeiger der Tankanzeige stand senkrecht auf dem F, doch das kleine Lämpchen in Form einer Tanksäule leuchtete. "Dreckskarre!" Danilo schlägt auf das Lenkrad ein, völlig ausser sich holt er aus und reisst den Rückspiegel ab und schmeisst in gegen die Scheibe am Beifahrersitz wodurch sich ein Riss über die ganze Scheibe bildet. "Die alten Chevies haben keinen Reservetank, wenn wir Pech haben bleiben wir also bald liegen. Verdammt!" Der Highway war einigermaßen frei und die nächste Tankstelle war schon ausgeschildert, sie würde bald kommen. "Wir müssen tanken, ob wir wollen oder nicht." Danilo drehte sich kurz um, um zu sehen was William und Loki auf der Rückbank trieben. Loki starrte stoisch aus dem Fenster, wirkte wie in Trance durch die ganzen Lichter der Skiyline von L.A. und summte nebenher eine bekannte Melodie. William hatte sich weit zurückgelehnt, den Kopf fast auf der Kofferraumabdeckung und starrte an die Decke des Chevies. Wie auch William anscheinend begann Danilo jetzt die letzte Stunde revue passieren zu lassen und musste feststellen dass ihm der Gedanke daran noch skuriler vorkam als zu dem Zeitpunkt als er noch mitten drin war.

"Nachdem wir alle drei nun offensichtlich bis zum Hals in der Scheisse stecken wäre es vielleicht gut wenn ich langsam mal die ganze Geschichte höre. Oder willst du mir jetzt erzählen dass der Tremere unser einziges Problem ist. Ausserdem passen die Vampirjäger da noch nicht ganz ins Bild rein."

Die Ausfahrt kam näher, Danilo setzte den Blinker und fuhr ab. Die Tankstelle war neu, Überwachungskameras waren überall, und da der Highway gleichzeitig auch Verbindung von Nord und Süd-Kalifornien ist durfte auch ein Motel, ein Restaurant mit angrenzendem Kinderparadies und ein kleiner Erholungspark nicht fehlen, bestehend aus ca sechs Bäumen, einer Schaukel und einem Sandkasten der eher einem Mülleimer glich.

Danilo parkte den Wagen zunächst in der Nähe des kleinen Parks in einer Parkbox. Als der Motor aus war dreht er sich zu den anderen beiden um. "Malk, nenn mich beim Namen und beschmutze nicht den Titel eines Dons mit deiner Unwissenheit. Wenn du das hinkriegst wirst vielleicht auch deinen Vornamen mal aus meinem Mund hören." Danilo hatte absolut keine Ahnung wie er mit Loki umgehen sollte. Ihr Wahnsinn ließ sie daher schwafeln so dass Danilo sich wie in einem schlechten 30er Jahre Film vorkam. Würde sie noch kreativer in ihrer Wortwahl werden würde Danilo garnichts mehr verstehen.

"Wir werden den Wagen hier auftanken, wir brauchen Kanister und einen trichter. Wir sollten vermeiden dass das Nummernschild des Wagens auf irgendwelchen Aufzeichungen drauf ist."





Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren: